Gute Nachricht - Gut-Tu-Nachricht

Tag 429: Montag, 17. Mai 20

Grün ist die Farbe des Schöpfers

Tag 429 Farbe des Schöpfers

Gestern habe ich einen sonnigen Moment genutzt und bin in den Wald gegangen. Wer bei Sonnenschein im Mai in der Natur unterwegs ist, kann sich von der Energie des knalligen Grüns der Buchen anstecken lassen. Die Bäume haben ausgeschlagen und die Blätter haben sich entfaltet. Der Wald wird zu einer grünen Oase. Viele erfreuen sich in diesen Tagen am frischen Grün. Grün ist die Farbe der Hoffnung. Das Leben bricht sich Bahn. Neues entsteht. Die dunkle Zeit ist endgültig vorbei.

Mit den Sonntagen nach Trinitatis beginnt bald liturgisch die grüne Zeit.
Fast ein halbes Jahr dauert sie an. Für mich die schönste Zeit im Jahr.
Ich freue mich auf die kommenden Wochen und Monate, die Sommermonate,
wo die Lebensfreude wieder greifbar sein wird.
Und ich bin gespannt auf Gottes Geist, wenn er wieder mehr wehen darf in unseren Gemeinden:
bei Gottesdiensten, in Gruppen , bei Begegnungen , in der Musik, ..

 Wie lieblich ist der Maien
aus lauter Gottesgüt`,
des sich die Menschen freuen,
weil alles grünt und blüht!
Die Tier sieht man jetzt springen
mit Lust auf grüner Weid,
die Vöglein hört man singen,
die loben Gott mit Freud.

Gemeindediakonin Annette Bernhard, Annweiler / Hofstätten

 

 


 

Tag 428: Sonntag, 16. Mai 2021

Tag 428 Gottesdienstabhör

Heute ist meine Gottesdienstabhör. Da ist man im Vorhinein aufgeregt. Es ist dann gar nicht immer so einfach sich auf etwas schönes zu fokussieren. Wird alles klappen? Habe ich an alles gedacht? Was wenn ich scheitere? Auch Sie kennen solche Prüfungssituationen sicherlich. Jetzt könnte ich Ihnen einen Motivationsspruch sagen, mit dem dann alles wieder gut wird. Aber so einfach ist das gar nicht. Man darf seine Ängste da auch mal zulassen, dann konzentriert man sich wieder, schaut noch mal über sein Skript und siehe da, es ist doch alles gut. Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich einen Gottesdienst halte. Ich werde nicht ins kalte Wasser geworfen. Also ruhig Blut. Und die gute Nachricht, wenn Sie diesen Text lesen, ist vermutlich schon alles vorbei und zu einem guten Ende gekommen. Und wenn nicht, dann darf ich eben noch einige Gottesdienste feiern. Da gibt es schlimmeres.

Vikar Patrick Keipert, Landau

 


 

Tag 427: Samstag, 15. Mai 2021

Vatertag oder Himmelfahrt?

Tag 427 Vatertag

Vor ein paar Tagen waren wir unterwegs, zu Christi Himmelfahrt oder Vatertag? Wir haben eine längere Regenpause genutzt und sind bei strahlendem Sonnenschein in alter Tradition mit Bollerwagen los. Zu zweit, mit Abstand, motiviert, gut verpflegt und immerhin einer von uns beiden ist Vater.

Vielleicht kennen Sie die Diskussion um die richtige Bezeichnung. Während manche meinen, ganz analog zum Muttertag, müsse es auch einen Vatertag geben, sagen andere: Nein! Dieser Tag ist Christi Himmelfahrt und gerade nicht Vatertag. Eine katholische Kollegin erzählte mir vor ein paar Wochen Ihre pragmatische Lösung. Ihre Gemeinde und Sie begehen ganz bewusst den Vatertag. Weil Jesus selbst an diesem Tag zum Vater aufgefahren ist.

Wie auch immer man es auflösen möchte. Wir haben die Tradition hochgehalten, Himmelfahrt und Vatertag können zusammen gehören. Viele Menschen haben wir nicht getroffen. Vereinzelnd gab es immer wieder kurze Begegnungen und doch: es hat gut getan, es hat Spaß gemacht und nächstes Jahr werden wir uns wieder auf den Weg machen, mit Ihnen zusammen.

Pfarrer Thomas Himjak-Lang, Annweiler

 

 


 

Tag 426: Freitag, 14. Mai 2021

Brückentage

Tag 426 Brücke

Lange stand ich vor der schmalen Holzbrücke,
die sich mit ihrem sanften Bogen spiegelte.
Es war eine Brücke zum Hin- und Hergehen,
hinüber und herüber. Einfach so,
des Gehens wegen und der Spiegelungen.

Die Trauer ist ein Gang hinüber und herüber.
Hinüber, dorthin, wohin der andere ging.
Und zurück, dorthin wo man mit ihm war,
all die Jahre des gemeinsamen Lebens.
Und dieses Hin- und Hergehen ist wichtig.
Denn da ist etwas abgerissen.
Die Erinnerung fügt es zusammen, immer wieder.
Da ist etwas verloren gegangen.
Die Erinnerung sucht es auf und findet es.

Da ist etwas von einem selbst weggegangen.
Man braucht es. Man geht ihm nach.
Man muss es wiedergewinnen, wenn man leben will.
Man muss das Land der Vergangenheit erwandern, hin und her,
bis der Gang über die Brücke auf einen neuen Weg führt.

Brücken-Text von Jörg Zink und Bild gefunden von Pfrin. Eva Weißmann, Godramstein

 


 

Tag 425: Donnerstag, 13. Mai 2021

Projekt Hoffnung 3.1

425 hoffnung31Jetzt ist es so weit. Jetzt sprießen nicht nur Disteln in meinem Vorgartenblumenbeetprojekt. Viele kleine Pflänzchen brechen durch. Bei diesem erbärmlichen, lehmigen, steinigen Boden! Dass es so viele werden, hätte ich kaum zu hoffen gewagt (eine Lehre aus den letzten beiden Jahren). Und ich habe keine Ahnung, was daraus wohl werden wird. Dem Anschein nach muss es sich um verschiedene Arten handeln.

Dass Schöne an meinem Projekt Hoffnung ist, dass die Hoffnung nie ausgeht, sondern sich ständig erneuert und weitergeht. Es gibt jeden Tag etwas zu entdecken, was Neugier weckt und eine Verheißung in sich trägt. Jetzt lerne ich beispielsweise, dass es keinen Sinn hat, sich ein einziges Ziel zu "er-hoffen". Das wäre einfältig. Das Pflänzchen Hoffnung ist vielfältig. Es findet viele Wege, ans Licht zu brechen.

Weg hast du allerwegen,
an Mitteln fehlt dir's nicht;
dein Tun ist lauter Segen,
dein Gang ist lauter Licht;
dein Werk kann niemand hindern,
dein Arbeit darf nicht ruhn,
wenn du, was deinen Kindern
ersprießlich ist, willst tun.
(Paul Gerhardt, EG 361,4) 

Pfarrer Martin Anefeld, Nußdorf


 

Tag 424: Mittwoch, 12. Mai 2021

Naschpause mit Gott

Tag 424 Naschpause mit Gott

Der Wochenspruch dieser Woche lautet: „Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.“ (Psalm 66,20) Dieser Wochenspruch ermutigt dazu, dass wir uns bittend und betend an Gott wenden. Aber wie können wir das auch praktisch in unserem Alltag umsetzen? Was haben Sie schon alles ausprobiert, um mit Gott zu sprechen, auf ihn zu hören? Oft fällt uns ein Gespräch mit Gott in der Hektik des Tages schwer. Oft sind wir lustlos, unkonzentriert und würden lieber aufs Handy gucken, als mit Gott zu sprechen. Mir geht es mindestens so. Hier habe ich uns eine Idee mitgebracht, von der ich glaube, dass Gott sie nicht verwerfen wird: Mit Schoko-Erdnüssen Dank, Lob und Fürbitte halten. Ich hoffe es regt uns Alle an, eine Naschpause mit Gott zu einzulegen. Probieren Sie es aus!

PS: Es können die „klassischen“ M&M sein. Eine leckere und faire Nasch-Alternative finden Sie im Weltladen: www.weltladen-landau-pfalz.de

Vikarin Almendra García de Reuter, LD-Godramstein

 


 

Tag 423: Dienstag, 11. Mai 2021

Es gibt kein schlechtes Wetter …

Tag 423 Wetter

Doch! Wenn das leckere Eis am Nachmittag ausfällt, weil es regnet – das ist schlechtes Wetter! Die Kinder hatten sich schon darauf gefreut… dann regnet es plötzlich wie aus Kübeln – kein Eiswetter. Wir haben an diesem Regentag spontan Schirme gekauft: jeder einen persönlichen Schirm. Ein Schirm macht einen riesigen Unterschied: Wer einen Schirm hat, der kann sich frei bewegen – auch wenn es regnet. Der Schirm ist wie ein kleiner „Himmel“, darunter bleibt es trocken – und ehrlich gesagt: Das Eis im Regen unter dem Schirm schmeckt sogar besser als bei Sonnenschein. Probiert‘s mal aus! Ein Schirm wirkt wirklich Wunder!

In Psalm 32 steht: „Du bist mein Schirm.“ Gemeint ist hier Gott. Gott ist mein Schirm. Das heißt: Gott verhindert nicht, dass es regnet – so wie der Schirm ja auch nichts am Wetter ändert. Aber ich weiß, er ist über mir wie ein Schirm, und das Eis ist gerettet. Und wenn Gott der Schirm ist, dann gibt es wirklich kein schlechtes Wetter… oder?

Pfarrer Stefan Mendling, Annweiler

 


 

Tag 422: Montag, 10. Mai 2021

Mein Jubiläum

422 LotharHeute vor 34 Jahren, wurde ich in Altdorf ordiniert. Die Ordination ist die Beauftragung zur Wortverkündigung und zur Sakramentsverwaltung. Diese Beauftragung gilt lebenslang. Der 10. Mai ist für mich in all den Jahren ein besonderes Datum geblieben.

Meine Kirche hat Vertrauen in mich gesetzt. Viele Menschen haben mir ihre Türen und ihre Herzen geöffnet. Kinder, Jugendliche und Erwachsene jeden Alters durfte ich begleiten. Wir haben gemeinsam geredet, gebetet, gesungen, gefeiert und geschwiegen. Wir haben aufgebaut und zu Grabe getragen.

Der Pfarrberuf ist ein abwechslungsreicher und vielfältiger Dienst. Trotz des schmerzhaften Bedeutungsverlustes von Kirche bleibt „Pfarrer sein“ mein Traumberuf. Das liegt an den vielen Menschen, die mich zu dem gemacht haben, was ich bin.

Und das liegt an Gott, dem ich auf der Spur bin. Dessen Kraft ich zu spüren glaube. Der mir 34 Jahre zur Seite stand. Und der, bei aller Arbeit, die er manchmal mit mir hatte, keine Spur müde wird.

Der 10. Mai. Mein Tag, an dem ich „Danke“ sage. Nach allen Seiten hin. Durch alle Zeiten hindurch!

Pfarrer Lothar Schwarz, Rhodt