Gute Nachricht - Gut-Tu-Nachricht

Tag 437: Dienstag, 25. Mai 2021

Begeisterung

437 begeisterungÜber Pfingsten hatten wir Besuch. Mein Vorschlag, eine Wanderung zu machen, ist auf wenig Resonanz gestoßen. Wenn ich Kindern dagegen vorschlage, ins Schwimmbad zu gehen, ist Freude meist groß.

Wir Menschen lassen uns immer wieder begeistern: von anderen Menschen, von einem Lied, einem Hobby, einem Ehrenamt. Wenn wir von einer Sache begeistert sind, setzen wir uns für sie ein mit unserer Kraft, unserer Zeit und unseren Möglichkeiten. Und wir merken: Wir freuen uns darüber und sind mit uns im Einklang. Begeisterung tut gut. Man fühlt sich lebendig.

Wir haben Pfingsten gefeiert. Gott möchte zur treibenden Kraft unseres Lebens werden. Seine Nähe und die Gemeinschaft in seinem Namen soll uns stärken. Ab und zu kann ich sie spüren, die Begeisterung für unseren Glauben, die bewegt und verändert:

Menschen gehen mit frohen, veränderten Gesichtsausdruck aus dem Gottesdienst nach Hause. Ehrenamtliche üben ihre Tätigkeit mit Leidenschaft aus. Und beleben so die Gemeinde.

Gemeindediakonin Annette Bernhard, Annweiler/Hofstätten


 

Tag 436: Montag, 24. Mai 2021

Angesteckt

436 feuer aPfingsten. Mit Feuerflammen auf den Köpfen der Jünger begann es, und wie ein Lauffeuer breitete es sich aus, dieses „Feuer“ des Evangeliums. Es lässt sich nicht mehr ersticken, es bleibt kein Schwelbrand, sondern wird ein loderndes Feuer, ein Flächenbrand, der alle Kontinente erfasst. Mit Feuereifer machen sich die Apostel daran, die Gute Nachricht weiterzusagen und weiter zu tragen. Es brennt, das Pfingstfeuer, bis heute – weltweit.

Ja, da haben die Alten ein schönes Bild für die Wirkung des Heiligen Geistes gefunden. Er wirkt wie Feuer:

Da ist Wärme.
Da glimmt Hoffnung.
Da glüht die Liebe.
Da knistert es vor Spannung.
Da sprühen Ideen wie Funken.
Da sind zündende Gedanken.
Da wird man angesteckt mit Freude.
Da entflammt und entbrennt man,
wird angefeuert zu neuen Gedanken,
da wird man angesteckt in Be-Geisterung.

Pfarrer Martin Anefeld, Nußdorf


 

Tag 435: Sonntag, 23. Mai 2021

 Missverständnisse

Tag_435_Missverständnis

Vor ein paar Jahren erzählte mir Altdekan Molitor eine Geschichte: Er hat Gottesdienst in seiner Gemeinde gefeiert. In der Predigt ging es um die Schöpfungsgeschichte und die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Gerade auf diesen Punkt hat er besonderen Wert gelegt, hat explizit betont: Frauen und Männer sind gleichberechtigt. Nur, manchmal kommen Botschaften nicht immer so an, wie sie gedacht sind. Am Ende seines Gottesdienstes kam einer älterer Herr auf ihn zu, freudestrahlend und bedankte sich bei Ihm: Danke Herr Pfarrer, endlich sagt es mal einer. Männer und Frauen sind eben nicht gleichberechtigt.

Heute feiern wir Pfingsten, das Fest der Kirche. Das Fest des Heiligen Geistes, der auf die Welt kommt und die Menschen sprachfähig macht. Ich glaube daran, Gottes Geist ist mitten unter uns. Doch trotz allem, kommt es auch heute immer wieder zu Missverständnissen. Fast scheint es sogar so zu sein, als ob man nur das hört, was man eben hören will. Dabei wäre es so einfach. Wenn man einfach nur besser zuhören würde. Aber so einfach ist es eben nicht, obwohl wir den Geist der Liebe schon in uns haben. Da hilft nur eine klare Sprache, aufmerksames Zuhören, mitdenken, viel Rückfragen stellen und eben das Vertrauen auf Gottes Geist der Liebe.

Pfarrer Thomas Himjak-Lang, Annweiler


 

Tag 434: Samstag, 22. Mai 2021

 Seid, was ihr feiert

434 pfingstrose"Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander“, so heißt es an diesem Wochenende wieder in unseren Gottesdiensten. Wie aber hören wir die Pfingstgeschichte im 2. Corona-Jahr, immer noch auf Abstand und mit Mundschutz und Gesangverbot? Das Pfingstwochenende ist gekommen und versammelt an einem Ort, ja, das sind wir schon auch. Aber: Wir sind längst nicht alle beieinander in unseren Kirchen. Die Pfingstgeschichte damals, sie hatte ja einiges an Menschenmenge, Lautstärke und Bewegung mit sich gebracht. Da war richtig was los, 50 Tage nach Ostern, als der Pfingsttag gekommen war: Die Jünger beginnen, von den großen Taten Gottes zu reden, und bringen sie damit gleichsam zur Welt. Und ich frage mich: Wie können wir in diesen Tagen ans erste Pfingstfest anknüpfen und beseelt sein von Gottes Geist und seinem Wort? Vielleicht, wenn wir uns auf das Ureigenste besinnen: 

Seid, was ihr feiert (Albert Altenähr) 

Feuer des Geistes
Flammende Liebe
Sturmbraus´ Kraft
Lebendiger Hauch
Bunter Farbenwirbel
Vielgestaltig eins
Mutige Kante
Christinnen und Christen 

Pfarrerin Eva Weißmann, Godramstein


 

Tag 433: Freitag, 21. Mai 2021

Jetzt ist Pause

433 PauseAus der Musik weiß ich es ganz genau: Pausen sind dazu da, dass man sie macht. Anders bricht das Chaos aus.

Im richtigen Leben ist das genau so. Man kann nicht immer nur rennen, planen, werkeln, schuften. Es muss eine Zeit geben, die zu nichts anderem da ist, als Zeit zu haben. Sonst geht es schief.

Das geht überhaupt nicht, meinen Sie? Nun ja, der liebe Gott  selbst macht es uns vor: Sechs Tage hat er geschuftet und geschaffen. "Und am siebten Tage ruhte er von allen seinen Werken, die er gemacht hatte." Von ALLEN seinen Werken. Erst dann war seine Schöpfung vollendet und das Chaos besiegt.

Probieren Sie es auch! Abschalten. Alles abschalten. Also keine Pause machen, nur um dann um so härter arbeiten zu können. Sondern Pause machen, weil Pause ist - als ob Sie zuvor alles geschafft hätten. Sie werden staunen, wie sich die Dinge da ordnen können.

Also: Nehmen Sie Platz zur Pause! Einen Tässchen Kaffee vielleicht? Oder ein kühles Bier? Oder einen Schoppen Schorle?

Pfarrer Martin Anefeld, Nußdorf

 

Tag 432: Donnerstag, 20. Mai 2021

Body-Positivity by Hiob

432 Body Positivity bei HiobDie "Body Positivity"-Bewegung plädiert seit Jahren für mehr Akzeptanz unterschiedlicher Körper. Wir sollen unseren Körper so annehmen, wie er ist. Nicht das Aussehen zählt. Sondern: Wer wir sind, was wir tun und für welche Werte wir einstehen. Ich musste daher schmunzeln, als ich diese eher unbekannten Zeilen im Hiob-Buch fand.

Gott spricht über das Nilpferd
Schau dir das Nilpferd an!
Gott hat es wie dich geschaffen.
Gras frisst es nicht anders als ein Rind.
Doch welche Kraft steckt da in seinen Hüften?
Wie viele Muskeln hat es an seinem Bauch?
Sein Schwanz gleicht dem Stamm einer Zeder,
die Sehnen seiner Schenkel sind stark wie Seile.
Seine Beine gleichen Röhren aus Bronze,
seine Knochen sind so hart wie Eisenstangen.
Es ist das erste von Gottes Meisterwerken.“ (Hiob 40,15-19a)

Wer will nach diesen Zeilen Hiobs noch schlank wie eine Gazelle sein oder eine Wespentaille haben? Ich nicht. Für meine Bauchmuskeln sollte ich laut Hiob aber dennoch etwas machen!

Vikarin Almendra García de Reuter, Landau/Godramstein


 

Tag 431: Mittwoch, 19. Mai 2021

E-Ente gut…

431 enteManchmal sieht man noch eine. Selten, aber es gibt sie noch! Immer wenn meine Kinder eine entdecken, rufen sie: „Da! Eine Ente!“ Ein Auto aus längst vergangenen Zeiten, ein fahrendes Museumsstück, ein Auto für Liebhaber. Ich bin auch immer wieder überrascht, wenn ich eine sehe – und freue mich.

Offiziell heißt sie „Citroën 2CV“. 2CV ist die Abkürzung für „Deux chevaux“, zu Deutsch: „zwei Pferde“, also zwei Pferdestärken. Aber auch wenn nur 2 PS draufsteht, die meisten haben sogar 29 PS unter der Haube. Oder bergen noch andere Geheimnisse… So wie diese rote Ente, die ab und zu durch Landau fährt. Sie fällt nicht großartig auf. Außer, wenn sie tankt. Denn sie steht auf dem Parkplatz zwischen den Benzinern und tankt Naturstrom. Es steckt mehr in ihr, als ich auf den ersten Blick sehen kann. Und erst wenn sie tankt, zeigt sie, was in ihr steckt! Und was sie im Verborgenen antreibt. Und dass sie im Inneren sogar sehr jung ist, innerlich erneuert! Sie fährt ohne Sprit – aber mit Spirit!

Für mich ist diese E-Ente ein herrliches Bild für den Heiligen Geist. Denn auch er erneuert mich innerlich. Und auch, wenn auf den ersten Blick nur „eine Menschenstärke“ draufsteht, mit dem Heiligen Geist ist mindestens „eine Gottesstärke“ drin!

Wie wär’s? Macht’s wie die E-Ente: Tankt auf! Also verbindet euch immer mal mit der Quelle, aus der eure Kraft kommt. Und fühlt euch dabei wie diese Ente: als Liebhaberstück, das viel mehr unter der Haube hat, als man auf den ersten Blick sieht. Denn Gott sagt: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ Also: E-Ente gut, alles gut … oder?

Pfarrer Stefan Mendling, Annweiler


 

Tag 430: Dienstag, 18. Mai 2021

Gräben überbrücken

430 SchneckeGräben gibt es überall. Natürlich entstandene Gräben und menschengemachte Gräben. Manchen Graben habe ich selbst ausgehoben. Leider.

Gräben können schützen. Entwässerungsgräben, zum Beispiel. Oder der Graben an einem Raubtiergehege. Gut, dass es ihn gibt.

Gräben müssen weg. Schützengräben, zum Beispiel. Der tiefe Gräben zwischen Israel und Palästina. Gräben zwischen reich und arm. Sie dürfen nicht sein.

Gräben kann man überwinden. Vorsichtig herantasten. Die Fühler ausstrecken. Den eigenen Möglichkeiten trauen. Anfangen. Geduld haben. Das Ziel im Auge behalten

Mancher Graben wird im Schneckentempo überwunden. Aber besser so, als gar nicht.

Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen, gib mir den Mut zum ersten Schritt, lass mich auf deine Brücken trauen, und wenn ich gehe, gehst du mit.
Ich möchte gerne Brücken bauen, wo alle tiefe Gräben sehn. Ich möchte über Zäune schauen und über hohe Mauern gehen.
(aus: „Herr wir bitten“, BE 222/Rechte im Gustav Bosse Verlag Regensburg)

Lothar Schwarz, Rhodt