Gute Nachricht - Gut-Tu-Nachricht

Tag 453: Donnerstag, 10. Juni 2021

Immer wieder neu, immer wieder anders

453 bibelIch möchte Ihnen heute einen Bibelvers vorstellen, der mich seit dem ersten Lesen gepackt hat. Er begleitet mich nun schon eine Weile. Jedes Mal, wenn ich ihn lese, entdecke ich eine neue Facette an ihm. Er steht im Römerbrief Kapitel 1, Vers 16:

„Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen.“

Beim ersten Lesen, da war mir das Evangelium wichtig. Die frohe/gute Botschaft ist es, die uns erlöst. Sie gibt Kraft. Da ist erstmal nichts Negatives. Ein anders mal wird mir die Universalität der Botschaft wichtig. Jesus spricht jeden Menschen an, nicht nur einige wenige Privilegierte. Ein anderes Mal wird mir die Kraft wichtig. Wenn es mir schlecht geht, dann gibt mir die frohe Botschaft Kraft. Kraft, um wieder weiterzumachen. Dann sticht mir der Glaube ins Auge. Der Glaube ist das entscheidende, nicht was ich tue. Dann ist es selig machen. Was ist das selig? Pures Glück? Dann fällt mein Blick auf Gott. Vater, Sohn und Heiliger Geist. Aber wer ist dieser Gott für mich?

Sie sehen, dieser eine Vers bewegt mich immer wieder neu und immer wieder anders. Was sagt er Ihnen? Wo liegt gerade jetzt Ihr Fokus?

Vikar Patrick Keipert, Landau


 

Tag 452: Mittwoch, 9. Juni 2021

Sind Sie geduldig?

452 puzzleGeduld ist nicht meine Stärke. Puzzles sind mir ein Graus und eine Lichterkette zu entwirren ist eine echte Herausforderung.

Zu welchem Typ gehören Sie? In den letzten Monaten habe ich bei vielen Begegnungen gehört: "Wir müssen durchhalten und geduldig sein". Irgendwann habe auch ich kapiert, dass uns nichts anderes übrigblieb. Und wir haben gesehen, dass konsequentes und besonnenes Handeln geholfen hat.

Insgesamt leben wir in einer ungeduldigen Zeit. Wir gehen in „Fast-Food“-Restaurants, schreiben WhatsApp-Nachrichten mit Abkürzungen und Emojis, bestellen Dinge im Internet und erwarten, dass sie den nächsten Tag ankommen.

Geduldiger sein mit mir selbst, meiner Familie , einem Projekt, mit den Schwächen der anderen, das möchte ich lernen. Als Christen sind wir nicht auf uns alleine gestellt. Gott schenkt uns seine Kraft. In der Bibel heißt es: Eine „Frucht des Geistes ist… Geduld.“ (Gal 5,22)

Gottes Geist möchte in uns kleine Pflänzchen der Geduld wachsen lassen. So wie im Garten kleine Tomaten- und Zucchinipflanzen langsam wachsen. Erst sind sie klein, aber mit der Zeit wachsen Früchte daran. So kann der Geist Gottes in uns wirken und wir können neue Erfahrungen machen. Mit mehr Geduld, Liebe, Freundlichkeit und anderen guten Eigenschaften.

Gemeindediakonin Annette Bernhard, Annweiler/Hofstätten


 

Tag 451: Dienstag, 8. Juni 2021

Wandertag

Tag 451 Wandertag

Mit dieser Jugend ist doch nichts mehr anzufangen.
Wenn die mal meine Renten zahlen müssen, ohje ...

Immer wieder und zu allen Zeiten sind solche bzw. äquivalente Sätze zu hören. Selbst zu Zeiten der alten Babylonier. Gerade in unserer Zeit jedoch haben wir eine Jugend, die sich aufrafft und auf den Weg macht. Nicht nur zu Fridays for future, um für die eigene Zukunft zu demonstrieren, sondern auch, um im Gemeinschaft wieder unterwegs zu sein.

Zusammen mit der Jugendzentrale Landau waren wir in den gerade zu Ende gegangen Ferien aktiv. Ganz klassisch wandern im Pfälzer Wald. Über Stock und Stein, hoch hinauf zu den Burgen, hin zu den Aussichtspunkten und mitten durch die Walachei. Es tat gut, das wieder zu erleben. Es ist schön zu sehen, dass wir als soziale Wesen, wir als Gemeinschaft wieder aktiv sein können. Danke für eure gemeinsame Zeit und danke für den Muskelkater. Ich freue mich aufs nächste Mal.

Pfarrer Thomas Himjak-Lang, Annweiler

 

 


 

Tag 450: Montag, 7. Juni 2021

Da hast du Töne

Tag 450 Töne

Sie wurde renoviert, die Siebeldinger Orgel, und für ein paar Wochen hatten wir eben keine Töne. Nun. Eine hat´s gefreut:

Treffen sich zwei Spinnen in der Kirche. Sagt die eine: „Ich wohne in der Orgel. Furchtbar! Immer das Getöse und Geklapper und der Wind. Ich sag´s dir!“ Darauf die andere: „Also ich weiß nicht, was du hast: Mir geht´s hier blendend: Ich wohne im Opferstock. Da herrscht Ruhe!“

Gern dürfen Sie etwaige Spinnen in Ihren Kirchen eines Besseren belehren. Es kommt unseren Gemeinden zu Gute. Ach, und wo wir grad dabei sind: In unseren Kirchen können Sie Gut-Tu-Nachrichten immer auch hören, in Wort und (Orgel-)Ton: Die Musik ist nämlich nie nur Untermalung. Ihr kommt eine eigene Stimme zu. Sie geht in Dialog mit all unserem Reden. Kommentiert. Akzentuiert. Attackiert bisweilen auch und predigt auf ihre Art. Hören wir dankbar auf ihren Klang. Und wenn ich Psalm150 richtig verstanden hab, dann kann jede*r von uns mindestens ein Instrument zu Gottes Lob virtuos und unverwechselbar dazu spielen: sich selbst.

Pfarrerin Eva Weißmann, Godramstein

 


 

Tag 449: Sonntag, 6. Juni 2021

Starkes Leben

449 gartenFür die einen, vermute ich, ist er schauderhaft, für die anderen zauberhaft: unser Garten.  Das liegt wohl an seiner Anlage. Eine wohldosierte (wenn auch zugegeben nicht geplante und gewollte) Mischung aus Ordnung und Unordnung, Pflege und Wildnis.

Aber jetzt haben alle etwas davon. In erster Linie wir selbst. Und dazu jede Menge Getiers: Igel, Eichhörnchen, Hummeln, Bienen, Schmetterlinge, Rotschwänzchen, Mönchsgrasmücke, Waldohreulen, ...

Und jede Menge Grünes und Blühendes: Fingerhut, Borretsch, Margerite, Glockenblume (in weiß und zartblau), Holunder, Akelei (von zartrosa bis tiefviolett), Hundsrose, Viole, Mohn,...

 Und der Clou: Das wächst da alles einfach so! Von selbst, ohne dass es gesät oder gepflanzt wurde. So stark ist das Leben!

Pfarrer Martin Anefeld, Nußdorf


 

Tag 448: Samstag, 5. Juni 2021

Ich will die Welt verändern!

Tag 448 Welt Verändern

Ich will die Meere besegeln und auf Berge steigen.
Ich will Musik in alle Flüsse malen,
mit Celli, Gitarren, Flöten und Geigen
male ich einen Regenbogen an den fahlen
Himmel, über den Fluss.
Der erste Regentropfen ist wie ein Kuss.
Der Himmel küsst mich.
Und er küsst dich.
Ich will die Welt verändern!
Und ich weiß:
Das alles ist nur ein naiv kindlicher Traum.
Und bald schon welken die Blätter,
segeln langsam, aber stetig hinab
von meinem blühenden Phantasiebaum.
Aber eine kleine Knospe bleibt.
Sie bleibt bestehen – sie wird blüh`n
und das Feuer in meinem Herzen wird bis in alle Zeit glüh`n…
Ich will die Welt verändern!

(Auszug)

Lovisa Matros, Godramstein

Lovisa Matros wird ihren freiwilligen Friedensdienst in der „Arche“ leisten. Eirene e.V. entsendet sie dafür nach Sant-Antoine l’Abbaye/Frankreich. Schreiben Sie ihr eine E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, wenn Sie mehr über Ihren Einsatz erfahren möchten!

 

 

 

 

 

 


 

Tag 447: Freitag, 4. Juni 2021

Grenzerfahrung

Tag 447 Grenzerfahrungen „Ist das ein Grabstein?“ Auf unserer Wanderung zur Burg Trifels fragen meine Kinder, was das für ein Stein sei mitten im Wald – ein Grabstein? „Das ist ein Grenzstein“, sage ich. Er steht schon lange hier. Er soll eigentlich zeigen, wo das Hoheitsgebiet des einen endet und das Hoheitsgebiet des anderen anfängt. Meine Kinder wissen in diesem Moment mit den Begriffen „Grenze“ und „Hoheitsgebiet“ nicht viel anzufangen. „Gut“, denke ich. Es gibt gerade so viele Grenzen, die das Leben einschränken. Gut, dass uns wenigstens diese alten Grenzsteine nichts mehr zu sagen haben.

Dennoch gibt es immer wieder Grenzerfahrungen: Ich merke, dass andere meine Grenzen überschreiten; ich bin nicht immer gut darin, anderen meine persönlichen Grenzen deutlich zu machen. Über meine Grenzen will ich nochmal in Ruhe nachdenken.

Heute jedenfalls gehen wir an diesen alten Grenzsteinen im Wald vorbei – und wissen: diese Grenzen gelten nicht für uns. Egal welche Grenzsteine und Grenzerfahrungen uns auf dem Weg begegnen, wir sind immer im Hoheitsbereich Gottes. Gottes Liebe ist wahrscheinlich das Einzige in der Welt, das wirklich grenzenlos ist. Und jeder Grenzstein ist ein Denkmal dafür, dass es für Gottes Liebe keine Grenzen gibt. Er ist auf dieser Seite des Waldes und auf der anderen. Und selbst wenn es ein Grabstein wäre: für die Liebe gibt es keine wirkliche Grenze, oder?

Pfarrer Stefan Mendling, Annweiler

 

 

 

 

 


 

Tag 446: Donnerstag, 3. Juni 2021

Es geht doch!

Tag 446 Dorfladen Hainfeld

Vorab: Für die nächsten Zeilen erhalte ich keine Provision!

Vor kurzem hat in Hainfeld ein Dorfladen eröffnet. „Weck un Ebbes“ gibt es hier zu kaufen. Der Name ist Programm. Regionale und saisonale Lebensmittel werden angeboten: Backwaren, Getränke, frisches Gemüse, ... alles, was man so braucht.

Um die Grundversorgung im ländlichen Raum zu sichern, wurde ein Dorfladenverein gegründet. Er hat den Aufbau und den Betrieb übernommen. Aus den 12 Vereinsmitgliedern sind mittlerweile über 7o geworden. Der geschmackvoll eingerichtete Laden kommt an! Ältere Menschen nehmen die Lebensmittel im Rollator mit, Kinder üben den Einkauf, Gäste freuen sich über Kaffee und Kuchen.

Was mich fasziniert: Da haben Menschen nicht nur gejammert über die fehlende Infrastruktur. Da haben sie nicht nur erwartet und gefordert, dass sich etwas bessert. Sie wurden selbst aktiv und machten die Erfahrung: Gemeinsam können wir Sinnvolles auf die Beine stellen. Gemeinsam können viel aufbauen, bewegen, verändern. Das tut anderen und uns selbst gut.

Herzlichen Glückwunsch nach Hainfeld!

Und noch ebbes: Schräg gegenüber zum Dorfladen steht die Dorfkirche. Da könnte man doch auch….

Pfarrer Lothar Schwarz, Rhodt