Gute Nachricht - Gut-Tu-Nachricht

Tag 377: Freitag, 26. März 2021

Hü oder Hott

377 janeinManches ist gar nicht leicht zu entscheiden in diesen Tagen:

Soll es zum Mittagessen Nudeln oder Reis geben?
Soll ich die warme oder die leichte Jacke anziehen?
Soll ich den Regenschirm mitnehmen oder daheim lassen?

Und Ostern:
Feiern wir Gottesdienste analog oder digital?
In echt oder im Netz?
Sollen sich Menschen begegnen oder wollen wir Menschen schützen?

Und überhaupt:
Soll ich Respekt haben vor der Verzeihungsbitte der Kanzlerin
oder den Kopf schütteln, wie kopflos agiert wurde?
Gewinnt die Zuversicht, dass wird das schaffen,
oder Resignation über das Impf- und Testchaos?
Bestimmt uns die Furcht vor Mutanten und dritten Wellen
oder bewahren wir Vorsicht, Rücksicht und Zuversicht?

Hü oder Hott können wir im Moment nicht gebrauchen. Es helfen nur Klarheit und Konsequenz: "Euer Ja sei ein Ja, und euer Nein sei ein Nein." (Mt 5,37)

Pfarrer Martin Anefeld, Nußdorf

 

Tag 376: Donnerstag, 25. März 2021

Pro-Aging mit Psalm 103

I376 Pro Aging PSALM 103ch werde bald 40. Ich bin die dritte Tochter meiner Eltern und ich werde immer noch „Baby“ genannt. Und das obwohl ich schon Kinder habe. Wie altert also das „Küken der Familie“? Wenn ich auf die tollen Frauen in meiner Familie gucke, werde ich unsicher. Sie möchten zwar älter werden, dabei aber 20 Jahre jünger aussehen und ihr wahres Alter lieber verschweigen.

Mich bedrückt diese „Anti-Aging“-Haltung! Nicht falsch verstehen: Attraktiv im Alter aussehen – das will ich natürlich auch. Aber meine Devise ab heute lautet: Älter werden wie Sean Connery! Das nicht nur, weil ich ihn als geheimnisvollen Agent 007 geliebt habe. Sondern weil über ihn gesagt wurde: „Mit den Jahren sieht er noch hübscher aus.“ Das hört man über ältere Männer häufig. Aber wieso hört man das eigentlich so gut wie nie über Frauen? Stattdessen schauen gerade wir Frauen selbst meist überkritisch auf uns und andere. Klar möchte ich Haut und Haar mit Gutem versorgen, aber aus einer „Pro-Aging“-Haltung heraus: In Dankbarkeit für meine Lebensjahre! Das bedeutet: Ich sehe vielleicht steinalt aus, fühle mich aber kraftvoll und frei. Oder wie es der Psalmist besingt: „Der Herr versorgt dich mit Gutem dein Leben lang. So fühlst du dich jung wie ein Adler.“

Hier lasse ich Ihnen Psalm 103 als Latin Gospel Version: Gilberto Daza Ft. Danilo Montero - Salmo 103 - Das Lied können Sie gern in Ihrer Pro-Aging Morgen-Rutine einbauen!

Vikarin Almendra García de Reuter, Godramstein 

Tag 375: Mittwoch, 24. März 2021

Fünf Sterne

375 bewertungWenn ihr was im Internet kauft, schaut ihr nach den Bewertungen? Ich lese mir die Rezensionen immer genau durch. Und ich lasse mich schnell von schlechten Bewertungen abschrecken. Auch wenn es nur eine schlechte Bewertung ist, werde ich stutzig.

Wer hat das mit dem Bewerten eigentlich angefangen? Gott! So steht‘s zumindest die Bibel. Denn schon als er die Welt geschaffen hat, hat er zu allem, was das Licht der Welt erblickt hat, gesagt: „Gut!“ Also: Eine glatte Zwei. Und ganz am Ende, als er mit allem fertig war, das sagt er: „Sehr gut!“ Also: Fünf Sterne. Und das lässt er dann für alle Zeiten so stehen. Übrigens auch wenn es um Menschen geht: Statt Menschen zu bewerten, liebt er sie einfach. Gott ist vielleicht der einzige, der uns nicht bewertet, sondern einfach liebt.

Darum: Lasst euch von den ganzen Bewertungen, die so herumschwirren, nicht verrückt machen – und wenn’s um Menschen geht, dann macht’s wie Gott: Weniger bewerten, mehr lieben!

Pfarrer Stefan Mendling, Annweiler


 

Tag 374: Dienstag, 23. März 2021

Worte, die bleiben

374 keywordsJede Zeit hat ihre eigene Sprache. Wörter und Begriffe veralten oder schießen neu aus dem Boden. Sprachwissenschaftler haben rund 1000 neue Wörter gesammelt, die im Zusammenhang mit Corona entstanden sind. Auf der Internetseite des „Leibniz-Institut für Deutsche Sprache“ in Mannheim (IDS) kann man alle gefundenen oder gemeldeten neuen Wörter nachlesen (www.owid.de). Die Lektüre lohnt sich. Man muss schmunzeln, wenn man bei A wie „abgespeckter Lockdown“ beginnt und bei Z wie „Zielinzidenz“ und „Zoomschule“ endet.

Und irgendwo in der zweiten Hälfte der Liste habe ich das Wort gefunden, das mich beschäftigt, seit ich es gehört habe:

Präsenzgottesdienst!

Was gemeint ist, ist klar: Ein Gottesdienst mit Teilnehmenden, die präsent sind. Die mit Leib und Seele in einem Gottesdienstraum versammelt sind. Menschen, die „face to face“ beten, hören oder – halten sie sich fest - singen.

Bei aller Trauer um die vielen Gottesdienste, die ausgefallen sind, bei aller Sorge um die Zukunft unserer Gottesdienstkultur:

Gab es nicht vor Corona manchen Präsenzgottesdienst mit leeren Kirchenbänken? Waren immer alle, die im Gottesdienst versammelt waren, wirklich präsent? Und ist nicht jeder Gottesdienst, ob nun vor dem Altar oder vor der Mattscheibe gefeiert, ein Präsenzgottesdienst? Es kommt ja auf die Anwesenheit Gottes an. Und der hat versprochen: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“. Worte aus dem Matthäusevangelium, die weder veralten noch neu kreiert werden müssen. Das sind bleibende Worte. Gott sei Dank!

Pfarrer Lothar Schwarz, Rhodt


 

Tag 373: Montag, 22. März 2021

Vater unser im Himmel

373 wolkenWo bist du, Gott?
Wie kann ich dich erahnen?
Wann dir begegnen ?
Im Staunen, im Einfühlen, im Lieben und Begleiten bist du.
Ich begegne dir,
wenn ich dich im Heim besuche,
deine Sonnenstrahlen mich wärmen,
ich dich zu einem Kaffee in mein Haus bitte
oder dir etwas Geld zustecke.
Beim jedem Atemzug strömst du in mich ein.
Meine Augen leuchten, wenn ich dich getroffen und erkannt habe.
Mein Gott, ich danke dir für dein unendliches
und pulsierendes Wirken.

Gemeindediakonin Annette Bernhard, Annweiler / Hofstätten


 

Tag 372: Sonntag, 21. März 2021

Frühlingsanfang

372 mandelblüteEs ist Dienstag, 16. März. Ich komme gerade von der Gedenkveranstaltung zur schlimmsten Bombardierung der Stadt Landau. 1945 starben an diesem Tag 176 Menschen, 40 Prozent des Stadtgebiets lagen in Schutt in Asche. Der Bombenangriff der Amerikaner war die schonungslose Antwort auf die nationalsozialistische Diktatur. Für die Stadt Landau, insbesondere für die Opfer eine Katastrophe.

Heute ist Frühlingsbeginn. Die Sonne scheint, der blaue Himmel leuchtet – wie übrigens auch am 16. März 1945. In den vergangenen 76 Jahren hat sich für uns vieles zum Guten geändert. Aus einem Unrechtsstaat ist ein Rechtsstaat geworden. International sind wir nicht mehr verachtet, sondern geachtet. Und es ist ein Segen, dass wir zusammen mit den jüdischen Gemeinden in diesem Jahr ein ganz besonderes Jubiläum feiern können: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland.

Shalom Ben-Chorin, geboren am 20. Juli 1913 in München, ein Rabbiner und Religionswissenschaftler hat uns folgendes Lied geschenkt, die Nummer 39 im neuen (blauen) Gesangbuch „Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder“:

Freunde, dass der Mandelzweig
wieder blüht und treibt,
ist das nicht ein Fingerzeig,
dass die Liebe bleibt?

Dass das Leben nicht verging,
soviel Blut auch schreit,
achtet dieses nicht gering,
in der trübsten Zeit.

Tausende zerstampft der Krieg,
eine Welt vergeht.
Doch des Lebens Blütensieg
leicht im Winde weht.

Freunde, dass der Mandelzweig
Sich in Blüten wiegt,
Bleibe uns ein Fingerzeig,
Wie das Leben siegt.

Wenn Sie blühende Mandelbäume sehen, dann denken Sie an dieses Lied und an unseren gnädigen Gott, den Gott des Lebens und der Liebe.
https://www.youtube.com/watch?v=VaGoRW3txwc

Pfarrer Jürgen Leonhard, Stiftskirche Landau

Tag 371: Samstag, 20. März 2021

Existentialismus und andere Höhenflüge

Tag 371 Existentialismus

Gespräch in einer Dinosaurier Familie: „Papa, existiert Gott?“ – „Noch nicht“.  Diejenigen unter Ihnen die ‚elternerfahren‘ sind, mögen sich häufiger mit solchen und ähnlichen Fragen Ihrer Kleinen beschäftigten. Viele kleine und große Probleme werden einfach angesprochen. Meine Eltern durften und mussten sich mit meinen endlosen Warum? Fragen auseinandersetzen. Mir wurde dabei von unterschiedlichen Quellen sogar mehrmals versichert, dass hierbei eine ziemlich große Portion Geduld von Nöten gewesen sei.

An der Antwort des Dino-Elternteils bleibe ich hängen: Noch nicht. Impliziert sie doch Gott als Erfindung der Menschen. Als Erfindung der Sprache, die etwas Unfassbares in Worte und Bahnen fassen will. Gott beweisen, können wir nicht. Der Begriff Gott ist nur ein Wort und doch verbinden viele Menschen, auch ich, damit etwas Größeres, etwas Einzigartiges. In besonderer Form kommt das zum Ausdruck, mit Worten, die Mose zugeschrieben werden:

Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einer. Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. 5. Mose 6,4-5

 Pfarrer Thomas Himjak-Lang