Gute Nachricht - Gut-Tu-Nachricht

Tag 458: Dienstag, 15. Juni 2021

Morgenstund hat Gold im Mund

Tag_458_Morgenstund

Lieber Gott,
bis jetzt geht’s mir gut: Ich habe noch nicht gelästert,
keine Beherrschung verloren, war noch nicht schlecht gelaunt,
egoistisch oder zügellos. Ich habe noch nicht gejammert, geklagt,
geflucht oder Schokolade gegessen,
und meine Bankkarte hab´ ich auch noch nicht belastet.
Aber: In etwa einer Minute werd´ ich aus dem Bett klettern,
und dann, dann brauche ich wirklich deine Hilfe, lieber Gott.

Wenn passend zu diesem Gebetsfundstück für heute die Tageslosung lautet:
„Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft, noch seine Güte von mir wendet“,
dann kann es eigentlich nur ein guter Tag werden, ganz gleich,
wie das eine oder andere EM-Spiel auch ausgehen mag …

Pfarrerin Eva Weißmann, Godramstein

 


 

Tag 457: Montag, 14. Juni 2021

Ich singe mit, wenn alles singt

457 gehausmeinherzGestern war es so weit. Nach über einem Jahr Schweigen. Wir haben gesungen! Im Gottesdienst unter freiem Himmel. O, wie gut tat das:

Geh aus, mein Herz, und Suche Freud
In dieser lieben Sommerzeit!
...
Narzissus und die Tulipan,
die ziehen sich viel schöner an
als Salomonis Seide.
...
ich singe mit, wenn alles singt;
und lassen, was dem Höchsten klingt,
aus meinem Herzen rinnen.

Nie habe ich deutlicher gespürt, wie befreiend das Singen wirkt. Und wie viel Hoffnung und Zuversicht darin steckt.

Pfarrer Martin Anefeld, Nußdorf


 

Tag 456: Sonntag, 13. Juni 2021

456 Abendgebet fb


 

Tag 455: Samstag, 12. Juni 2021

Der Riesenrad-Effekt

455 riesenradEs geht wieder rund! Wenn ich mit meinen Kindern Riesenrad fahre, dann sehen wir, wie die Welt unter uns immer kleiner wird. Und je höher wir kommen, desto mehr spüre ich meine Höhenangst. Meine Kinder sind genau das Gegenteil: nicht höhenängstlich, sondern höhensüchtig. Sie genießen es, wenn die Welt unter ihnen kleiner und kleiner wird. Normalerweise sind sie ja die Kleinen in einer großen Welt. Im Riesenrad sieht die Welt für sie anders aus: Die Erwachsenen, die in der Stadt herumlaufen, sehen für sie aus wie Ameisen. Überhaupt: Die ganze Welt sieht aus wie ein großes Wimmelbuch. Meine Kinder können sich von da oben gar nicht satt sehen.

Und obwohl ich Höhenangst habe, genieße auch ich die Fahrt im Riesenrad. Mein Trick: ich sehe nicht nach unten, sondern lasse meinen Blick am Horizont schweifen. Und was mir sonst groß und wichtig erscheint, wirkt auf einmal klein und unbedeutend. Die Fahrt im Riesenrad verändert meinen Blick auf die Welt. Das ist der Riesenrad-Effekt!

Dasselbe macht übrigens Jesus mit seinen Jüngern: Er zeigt ihnen die Aussicht auf Gottes Welt – und ihnen wird wahrscheinlich schwindelig bei dem Gedanken, dass zum Beispiel die Kleinsten für Gott das Größte sind, und den Kindern das Himmelreich gehört. Jesus fährt quasi mit seinen Jüngern Riesenrad: Er zeigt ihnen, wie die Welt von oben aussieht, aus der Perspektive Gottes. Die Jünger haben vielleicht auch Höhenangst, weil sie nach unten sehen, festhalten wollen an ihrem alten Weltbild, darin nach Anhaltspunkten suchen, nach Argumenten, nach Standpunkten, die ihnen vertraut sind. Ich kenne diese Höhenangst. Doch ich weiß: sobald meine Augen den Horizont berühren, verändert das mein Weltbild - und aus Höhenangst wird kindliche Höhensehnsucht – das ist der Riesenrad-Effekt. Und ich kann mich gar nicht daran satt sehen!

Pfarrer Stefan Mendling, Annweiler


 

Tag 454: Freitag, 11. Juni 2021

Dumme Kuh?

454 KuhSie wirken behäbig, können aber springen, schwimmen und bis zu 40 km/h schnell galoppieren. Sie grasen friedlich auf der Weide, können aber richtig gefährlich werden.

Kühe hören besser als Menschen, sie riechen weiter. Sie kommunizieren miteinander, sie drücken Gefühle aus. Sie haben Freunde innerhalb einer Herde und sie weinen um verstorbene Familienmitglieder. Sie kümmern sich rührend um den Nachwuchs. Sie sind verschmust, erfreut, neugierig und verspielt. Manchmal sind sie auch erschöpft. Bei 4 Stunden Schlaf und den vielen Kilos am Körper sei es ihnen verziehen. Kühe können richtig menschlich sein.

Kühe versorgen uns mit wichtigen Lebensmitteln. Als Opfer der Intensivtierhaltung mahnen sie zur Besinnung. Als „blöde Kuh“, „Wilder Stier“, „Rindvieh“ oder „Heilige Kuh“ grasen sie in unserer Sprachlandschaft.

Eine Welt ohne Kühe will ich mir nicht ausmalen. Manch „dumme Kuh“ ist ein wahres Juwel. Wie die auf dem Bild.

Pfarrer Lothar Schwarz, Rhodt


 

Tag 453: Donnerstag, 10. Juni 2021

Immer wieder neu, immer wieder anders

453 bibelIch möchte Ihnen heute einen Bibelvers vorstellen, der mich seit dem ersten Lesen gepackt hat. Er begleitet mich nun schon eine Weile. Jedes Mal, wenn ich ihn lese, entdecke ich eine neue Facette an ihm. Er steht im Römerbrief Kapitel 1, Vers 16:

„Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen.“

Beim ersten Lesen, da war mir das Evangelium wichtig. Die frohe/gute Botschaft ist es, die uns erlöst. Sie gibt Kraft. Da ist erstmal nichts Negatives. Ein anders mal wird mir die Universalität der Botschaft wichtig. Jesus spricht jeden Menschen an, nicht nur einige wenige Privilegierte. Ein anderes Mal wird mir die Kraft wichtig. Wenn es mir schlecht geht, dann gibt mir die frohe Botschaft Kraft. Kraft, um wieder weiterzumachen. Dann sticht mir der Glaube ins Auge. Der Glaube ist das entscheidende, nicht was ich tue. Dann ist es selig machen. Was ist das selig? Pures Glück? Dann fällt mein Blick auf Gott. Vater, Sohn und Heiliger Geist. Aber wer ist dieser Gott für mich?

Sie sehen, dieser eine Vers bewegt mich immer wieder neu und immer wieder anders. Was sagt er Ihnen? Wo liegt gerade jetzt Ihr Fokus?

Vikar Patrick Keipert, Landau


 

Tag 452: Mittwoch, 9. Juni 2021

Sind Sie geduldig?

452 puzzleGeduld ist nicht meine Stärke. Puzzles sind mir ein Graus und eine Lichterkette zu entwirren ist eine echte Herausforderung.

Zu welchem Typ gehören Sie? In den letzten Monaten habe ich bei vielen Begegnungen gehört: "Wir müssen durchhalten und geduldig sein". Irgendwann habe auch ich kapiert, dass uns nichts anderes übrigblieb. Und wir haben gesehen, dass konsequentes und besonnenes Handeln geholfen hat.

Insgesamt leben wir in einer ungeduldigen Zeit. Wir gehen in „Fast-Food“-Restaurants, schreiben WhatsApp-Nachrichten mit Abkürzungen und Emojis, bestellen Dinge im Internet und erwarten, dass sie den nächsten Tag ankommen.

Geduldiger sein mit mir selbst, meiner Familie , einem Projekt, mit den Schwächen der anderen, das möchte ich lernen. Als Christen sind wir nicht auf uns alleine gestellt. Gott schenkt uns seine Kraft. In der Bibel heißt es: Eine „Frucht des Geistes ist… Geduld.“ (Gal 5,22)

Gottes Geist möchte in uns kleine Pflänzchen der Geduld wachsen lassen. So wie im Garten kleine Tomaten- und Zucchinipflanzen langsam wachsen. Erst sind sie klein, aber mit der Zeit wachsen Früchte daran. So kann der Geist Gottes in uns wirken und wir können neue Erfahrungen machen. Mit mehr Geduld, Liebe, Freundlichkeit und anderen guten Eigenschaften.

Gemeindediakonin Annette Bernhard, Annweiler/Hofstätten