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Tag 384: Karfreitag, 2. April 2021

384 karfreitag


 

Tag 383: Donnerstag, 1. April 2021

Aprilscherz auf dem Friedhof?

Tag 383 Aprilscherz

Denkt dran: Heute ist der erste April! Vielleicht werdet ihr heute in den April geschickt… Übrigens: Lachen befreit, Lachen vertreibt Schmerzen, Lachen ist wie Medizin für die Seele. Lachen ist ein Gegenmittel gegen Angst. Auch in der Bibel spielt Lachen eine wichtige Rolle: Denn manche Sachen, die in der Bibel stehen, sind gar nicht so todernst gemeint.

Zum Beispiel als Maria nach Ostern zum Grab von Jesus kommt – auf dem Friedhof. Maria ist todtraurig, ihr ist gar nicht zum Lachen zumute. Sie kommt zum Grab und sieht, dass das Grab leer ist. Da war wohl jemand so dreist, dass er Jesus aus dem Grab geklaut hat! Unerhört! Maria fängt an zu weinen, sie ist stinksauer. Treibt jemand einen Scherz mit ihr?

Auf einmal steht Jesus vor ihr, quicklebendig. Maria hat immer noch die Wuttränen in den Augen. Sie erkennt ihn nicht. Sie denkt, es ist der Gärtner - und sie faucht ihn an und sagt: Wenn du ihn versteckt hast, dann sag, wo! Jetzt ist Schluss mit lustig! Sie meint es todernst.

Aber Jesus meint es gut mit ihr und sagt: „Maria!“ Er hätte stattdessen auch „April, April!“ sagen können – es bewirkt dasselbe: Auf einmal löst sich die Spannung, Maria erkennt ihn. Seit Tagen hat sie endlich wieder etwas zu lachen – und sie lacht vielleicht über sich und die Geschichte mit dem Gärtner.

Ich glaube, Gott hat Humor. Und ich mag seinen Humor. Und je mehr ich Gott als Komiker kennenlerne, desto mehr Spaß macht mir mein Glaube. Das ist kein Aprilscherz! Alles andere solltet ihr heute vielleicht nicht ganz so ernst nehmen …

Pfarrer Stefan Mendling, Annweiler

 

 

 

 


 

Tag 382: Mittwoch, 31. März 2021

Zerrissenheit

Tag 382 Zerrissenheit

Draußen scheint die Frühlingssonne, die Natur erwacht – ich bereite die Karfreitagspredigt vor und denke an den Tod Jesu. Draußen zwitschern die Vögel unter dem blauen Himmel – ich denke an die Schreie der Menschen, die um ihre Freiheit kämpfen, in Myanmar, in Hongkong oder in Prokow, wo Alexej Nawalny einsitzt. Beides ist real, wirklich, wahr. Das Schöne und das Schwere, die Freude und die Trauer, das Lachen und das Weinen.


Manchmal gelingt es mir, beides anzunehmen. Wenn ich Trauernden Mut zusprechen darf. Wenn ich zu mir stehen kann, trotz meiner Fehler und Schwächen. Manchmal leide ich unter der Zerrissenheit des Lebens. Ich bedauere dann, dass Glück zerbricht, dass Zufriedenheit kippt und Gesundheit endet. Selten sehe ich es umgekehrt: Menschen werden wieder gesund, sie versöhnen sich nach langem Streit, sie wachsen über sich hinaus.


Das Kreuz Jesu ist für mich schlechthin das Symbol für die Zerrissenheit des Lebens. Ein Mensch stirbt, scheitert, schreit. Und gleichzeitig sind da Nähe, Gemeinschaft und Hoffnung. Jesus bringt es auf den Punkt: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ und „Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände“. Da hat einer die Zerrissenheit des Lebens ausgehalten. Und hat sie gleichzeitig für uns alle überwunden.

Pfarrer Lothar Schwarz, Rhodt

 

 


 

Tag 381: Dienstag, 30. März 2021

Gänseblümchen

Tag 381 Gänseblümchen

Sie sind unaufdringlich, bescheiden und zart. Sie blühen von März bis in den November hinein. Jetzt im Frühling fallen sie besonders ins Auge, weil sie zu den ersten Blüten gehören. Man trifft sie an den unterschiedlichsten Standorten an und jeder kennt sie. Sie haben auch den poetischen Namen Tausendschön.

Gänseblümchen erinnern mich daran, dass es auch in meinem Leben viele kleine bunte Tupfer gibt:
der handgeschriebene Brief neben den vielen unpersönlichen Mails, der Anruf der Freundin, die verständnisvoll zuhört,
das bewegende Musikvideo, das mir weitergeleitet wird.

Gott, gib mir heute wache Augen für deine bunten Tupfen in meinem Tag. Amen

Gemeindediakonin Annette Bernhard, Hofstätten / Annweiler

 


 

Tag 380: Montag, 29. März 2021

Palmen und gute Laune

380 PalmenBeim Anblick von Palmen muss ich immer an Urlaub denken. Irgendwo im Süden, das leise rauschen des Meeres, Sand unter den Füßen. Gestern war Palmsonntag. Der spielt auch im Süden, genauer gesagt in Jerusalem. So vor etwa 2000 Jahren. Es ist ein heißer Tag. Sie haben schon den ganzen Tag geschuftet. Und das bei dieser Hitze. Jetzt, endlich auf dem Heimweg kommen Sie nicht weiter. Eine riesige Menge hat sich versammelt. Kein Durchkommen. Naja, was will man machen. Also rein da. Sie quetschen sich durch die Menschen, irgendwann gibt es kein Vor uns zurück mehr. Ihr Nachbar schaut sie an und reicht Ihnen einen Palmenzweig. „Damit Sie gleich vorbereitet sind.“ Er selbst hat auch einen in der Hand. Was das nur wieder soll? Worauf den vorbereitet? Und warum stehen hier alle? Sie wollen doch einfach nur nach Hause! Aber da geht nichts, es geht weder vor noch zurück. Vorne fangen jetzt die Leute an zu rufen. Hosianna! Hosianna! Immer lauter werden diese Rufe. Muss wohl irgendwas Religiöses sein. Langsam teilt sich die Menge und da kommt ein Mann, der auf einem jungen Esel reitet. Vor ihm werfen die Leute ihre Palmzweige auf den Boden. Sie jubeln ihm zu. Das muss wohl dieser Jesus sein. Von dem haben Sie doch auch schon gehört. Der durchs ganze Land zieht und angeblich irgendwelche Wunder verbreitet. König der Juden soll er sich ja nennen. Aber das der ausgerechnet jetzt hier lang muss. Ihren Heimweg versperren. Da kommt er mit seinem Esel immer näher. Jetzt steht dieser Jesus direkt vor Ihnen. Dann löst sich bestimmt gleich diese Menge auf, denken Sie sich noch, als er sie auf einmal anlächelt. Einfach so. Und Sie sind plötzlich so gut gelaunt. Ein kleines Lächeln, das kann Wunder bewirken. Palmsonntag vor vielen Jahrhunderten in Jerusalem. So hätte er doch ablaufen können. Jesus schenkt ein Lächeln und verändert damit die Welt. Also wenn Sie demnächst durch die Stadt laufen, verschenken auch Sie ein Lächeln. Gerade in diesen Zeiten, wo wir uns gegenseitig nur noch aus der Ferne sehen können, von nahen nur mit Maske. Da kann ein Lächeln Wunder wirken. Probieren Sie es aus.

Vikar Patrick Keipert, Landau


 

Tag 379: Sonntag, 28. März 2021

Erleben oder Erinnern

Tag 379 Erleben

Manchmal sind es Glückgriffe. Manchmal braucht es nicht mehr als einen offenen Geist, drei Minuten lesen und eine Idee. So heute: ‚Glück‘ und ‚glücklich sein‘ sind Themen, die mich interessieren. Das scheint auch die Person zu wissen, von der ich dieses Buch geschenkt bekommen habe. Ich habe bisher nicht reingeschaut und doch heute etwas daraus gefunden.

Stellen Sie sich das schönste Erlebnis vor, das Ihnen gerade einfällt. Ob es ein großes Fest mit aller Familie und Freunden ist, ein Ausflug zu den Sternen, ein Gespräch mit Gott oder oder oder. Allein Ihre Vorstellungskraft bestimmt die Grenze. Was wären Sie bereit dafür zu geben? Doch jetzt kommt der Haken. Würden Sie es noch tun, wenn Sie sich danach an das schönste Erlebnis nicht mehr erinnern könnten? Ein Gespräch mit Gott und danach wissen Sie nichts mehr davon. Ein Jahr in der Karibik segeln und alle Traumstrände sind aus Ihrem Gedächtnis getilgt.

Vielleicht geht’s Ihnen so wie mir, auf den ersten Blick. Warum etwas investieren, wenn ich mich danach nicht mehr daran erinnern kann. Doch das Buch führt weiter:

Demenzkranke können sich oft an schöne Erlebnisse der letzten Zeit nicht mehr erinnern. Doch Freude empfinden sie in dem Moment dennoch. Warum also ist ein schönes Erlebnis, das vergessen wird, weniger Wert als der Moment, in dem es genossen wird?

Herzlichen Dank an dich lieber Mensch, der du mir dieses Buch geschenkt hast. Herzlichen Dank an dich Gott, dass ich heute dieses Buch entdeckt habe, auch wenn ich in den nächsten Wochen und Monaten diesen Moment auch ohne Demenz vergessen werde. Oft genug sind es die kleinen Dinge, die kleinen Lichtblicke und die einzelnen schönen Momente.

Pfarrer Thomas Himjak-Lang, Annweiler

 


 

Tag 378: Samstag, 27. März 2021

Variantenreich 

378 leineWir hatten ´s schon mal vom Wäschewaschen. Erinnern Sie sich? Richtig: in den Rauhnächten. Halbe Ewigkeiten scheint das her zu sein, denn was ist nicht alles passiert und gewesen seit dem! Heute soll ´s nun wieder darum gehen: Der Samstag ist ja schließlich bei vielen Waschtag. Und bevor wir in eine ganz besondere und wertvolle Woche im Kirchenjahr einbiegen, haben vielleicht folgende Gedanken von Hanna Buiting (außer der Earth Hour heute Abend und der Zeitumstellung heute Nacht) auch auf Ihrer Leine Platz: 

heute hänge ich meine wünsche
einfach an eine wäscheleine
dass der wind sie bewegen möge
davontragen vielleicht
wenn sie noch nicht fest genug an mir haften
dass er sie wiederbringe am ende des tages
luftgetrocknet
duftend nach frische und freiheit
dann nehme ich sie mit ins haus
kleide mich mit ihnen
trage sie spazieren
klammere nicht
erfülle vielleicht
stück für stück
wunsch für wunsch
leinenlos

Pfarrerin Eva Weißmann, Godramstein