Gute Nachricht - Gut-Tu-Nachricht

Tag 469: Samstag, 26. Juni 2021

Vorfreude

469 vorfreudeInzwischen ist ganz offiziell Sommer. Die Urlaubszeit kommt immer näher. Vielleicht sind Sie ja auch schon voller Vorfreude. Vorfreude. Bestimmt kennen Sie den Satz: Vorfreude ist die schönste Freude. Und tatsächlich inzwischen bestätigt es auch die Wissenschaft. Mit der Vorfreude beginnt bereits die Erholung. Bis zu 8 Wochen kann dieses Gefühl anhalten. Die Sommerferien sind ja nur noch 3 Wochen entfernt. Die Schülerinnen und Schüler sind bereits voller Vorfreude. Bald haben sie 6 Wochen für sich. Wenn wir uns auf etwas freuen, dann ist das ein viel schöneres Gefühl, wie wenn wir auf tolle Dinge zurückschauen. Vorfreude kann uns sogar helfen durch anstrengende und aufreibende Tätigkeiten im Alltag zu bringen. Also gönnen sie sich die Vorfreude, auf den anstehenden Urlaub, den kommenden Sommer. Suchen sie sich etwas auf das sie sich Freuen können. Und freuen sie sich darauf. Denn jetzt wissen Sie auch ganz offiziell: Vorfreude ist die schönste Freude.

Vikar Patrick Keipert, Landau


 

Tag 468: Freitag, 25. Juni 2021

Ein kurzer Gruß vom See

468 italienLass uns nach Italien fahren. So fing es an und wir sind jetzt da. Da es ein Kurzurlaub ist, sind wir mit leichtem Gepäck unterwegs. Dafür im Cabrio. 

Mit idyllischen Vorstellungen im Gepäck fuhren wir los. Auf dem Weg durch die Schweiz dann die Entscheidung: wir fahren über den Gotthardpass! Mit offenem Verdeck, mit Sonnenbrille auf der Nase. In der Realität hatten wir die Heizung an, das Verdeck geschlossen und die Scheibenwischer im Dauerbetrieb. 

Ich halte mich meistens für einen Optimisten. Jetzt gerade fällt es mir sehr einfach positiv zu sein. Die Sonne scheint, ein lauer Wind kühlt die Mittagshitze und im Hintergrund plätschert das Wasser. Es gibt aber natürlich auch die anderen Momente. Aber hier und heute kann ich für diese Zeiten Kraft, Ruhe und Erholung tanken. 

Erwartungsmanagement ist Enttäuschungsmanagement. Hohe Erwartungen habe ich meist von meinem Leben. Hohe Ansprüche habe ich nicht nur an mich selbst. Da fällt es mir nicht immer einfach die Dinge so anzunehmen, wie sie dann passieren. Doch ich arbeite daran und zumindest bezüglich der Geschichte mit dem Pass, dem offenen Verdeck und dem Sonnenschein kann ich jetzt nur herzlich schmunzeln und lachen. 

Pfarrer Thomas Himjak-Lang, Annweiler


 

Tag 467: Donnerstag, 24. Juni 2021

Schlüssel

467 schluesselWie geht es Ihnen, wenn Sie mal wieder Ihren Schlüssel verlegt haben und die Frage Sie umtreibt: »Wo sind bloß wieder meine Schlüssel?«

Ein vergessener Schlüssel kann aussperren. Ein verlegter Schlüssel kann daran hindern, mit dem Auto von A nach B zu fahren.

Mit Schlüsseln öffnen oder schließen wir zu.

Es gibt unzählige Wörter, in denen das Wort »Schlüssel« vorkommt. Sie begleiten uns durchs Leben: Schlüsselbein - Notenschlüssel - Schlüsselblume - Schlüsselkinder - Kreuzschlüssel - Schlüsselfiguren …

Wer waren denn Schlüsselfiguren in unserem Leben, die uns etwas erschlossen haben? Die uns eine lange Wegstrecke in unserem Leben begleitet haben?

Unsere Eltern, die uns das Leben geschenkt haben? Freundinnen und Freunde, die mit uns Freud und Leid teilten? Die uns mit Rat und Tat zur Seite standen? Lehrerinnen und Ausbilder? Seelsorgerinnen und Kümmerer?

Menschen jedenfalls, die hoffentlich das Gute in uns geweckt haben. Die uns aufgeschlossen und etwas in uns vermittelt haben.

Auch gibt es unzählige Schlüsselmomente. Manche können uns Zutritt zu einem ehemals versperrten Zugang verschaffen. Andere mit dem Schlüssel der Liebe und der Empathie das Herz eines verbitterten Zeitgenossen wieder aufschließen.

Im Märchen bedeutet ein Schlüssel das Symbol für das Leben. Märchen erzählen von verlorenen oder von gefundenen Schlüsseln.

Christenmenschen denken, dass unser gelebter Glaube ein Schlüssel sein kann, der uns den tiefen Sinn des Lebens aufschließt.

Welches ist denn nun der wahre Schlüssel zum Glück? Haben Sie ihn für sich schon entdeckt und gefunden?

Jedenfalls - viel Glück beim Suchen!
Und - notfalls gibt es ja noch einen Schlüsseldienst!

Lektorin Monika Wiegand, Landau-Mörzheim


 

Tag 466: Mittwoch, 23. Juni 2021

Hoffnung - finale Version

466 jesajaDer Hund schaut ein wenig verdattert. Kann man aber auch verstehen. Das Reittier reitet auf dem Hund. Das Lasttier wird selbst getragen, die Natur auf den Kopf gestellt. Ein kleiner Kinderspaß. Und doch: diese kleine Begebenheit erinnert mich an einen der großartigsten Hoffnungstexte aus der Bibel. Da geht es um die ganz große Perspektive: Hoffnung nicht nur für dich und mich, sondern für alles, was lebt.

Da wird der Wolf beim Lamm wohnen
und der Panther beim Böcklein lagern.
Kalb und Löwe werden miteinander grasen,
und ein kleiner Knabe wird sie leiten.
Kuh und Bärin werden zusammen weiden,
ihre Jungen beieinanderliegen,
und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind.
Und ein Säugling wird spielen am Loch der Otter,
und ein kleines Kind wird seine Hand ausstrecken zur Höhle der Natter.
Man wird weder Bosheit noch Schaden tun
auf meinem ganzen heiligen Berge.
(Jesaja 11,6-9)

Pfarrer Martin Anefeld, Nußdorf


 

Tag 465: Dienstag, 22. Juni 2021

Ein winziger Ruf

465 RindRanschbachIn Ranschbach konnte ich mich diesem Rinder-Kälbchen nähern. So unglaublich nah, dass ich sein flauschiges Fell fast anfassen konnte. Ich wunderte mich sehr darüber, wieso weder Mama-Kuh noch Papa-Bulle angetrabt kamen, um mich zu verscheuchen. Hatten sie das Kälbchen aus den Augen verloren? Der Hirte meinte prompt: „Die Eltern haben ihr Kalb zwar gerade nicht im Blick, aber ein winziger Ruf des Kalbes reicht und die Eltern suchen, finden und retten ihren Zögling sofort.“ Und ich würde dann womöglich in ernsten Schwierigkeiten stecken. Da musste ich schlucken und bin dann doch lieber fröhlich meines Weges gegangen.

Lieber Gott, Danke, dass du wie eine Kuh oder ein Bulle auf meinen winzigen Ruf reagierst. Gerade stecke ich in keinen so großen Schwierigkeiten. Aber für den Fall: Es tut mir so gut zu wissen, dass du mich dann suchen und retten möchtest. Amen.

Vikarin Almendra García de Reuter, Landau - Godramstein


 

Tag 464: Montag, 21. Juni 2021

Heute ist Pause. Tut auch mal gut.

464 pause


 

Tag 463: Sonntag, 20. Juni 2021

Ein Regenwurm rettet Leben

Tag 463 Regenwurm

Besser gesagt: mehrere, von Hand ausgegrabene Regenwürmer. Unser Amselchen sperrt den Schnabel auf und piept aufgeregt. Es ist aus dem Nest gefallen und mutterseelenallein. Wir finden das Amselchen auf dem Nachhauseweg. Das einzige, was es kann, ist Piepen und den Schnabel aufsperren. Das tut es, um mit dem versorgt zu werden, was es fürs Überleben braucht. Und wenn es den Schnabel aufsperrt, ist es von oben gesehen nur noch Schnabel! Sehr beeindruckend: Ich wusste gar nicht, wie weit Vögel den Schnabel aufreißen können! Und das macht es mit einer Energie und einem Eifer, dass wir nicht anders können als ihm bei uns zuhause ein neues Nest zu geben. Und wir graben unseren Garten nach Regenwürmern um – vor allem die Kinder!

Übrigens: Hinter dem hebräischen Wort für Seele, „Näfäsch“, steckt genau dieses Bild des Vogels, der den Schnabel aufsperrt – wie unser Amselchen. „Näfäsch“ ist gleichzeitig auch der Lebensatem, den uns Gott in seinem Garten einhaucht - so wie wir der Amsel die Regenwürmer aus unserem Garten von oben in den Schnabel füttern. Offenbar meint die Bibel, dass es uns Menschen auch guttut, den Schnabel aufzusperren, also die Seele - so weit, wie es das Amselchen kann! Um mit dem versorgt zu werden, was wir zum Leben brauchen: Lebendigkeit, die von Gott kommt. Und der Sonntag ist so etwas wie der „Schnabel-Auf-Tag“ für die Seele… Vielleicht auch, um mit Gott zu reden wie uns der Schnabel gewachsen ist. Versucht’s mal!

PS: Der Amsel geht es gut, wir haben mittlerweile eine Pflegemutter für sie in Queichhambach gefunden – und die Kinder werden sie bestimmt immer mal besuchen – und einen fetten Regenwurm aus unserem Garten mitbringen!

Pfarrer Stefan Mendling, Annweiler

 

 

 

 


 

Tag 462: Samstag, 19. Juni 2021

Tag_462_Weg

Manchmal wünsche ich mir mein Weg durchs Leben, mein Weg mit und zu Gott wäre so gerade wie in diesem Bild. Das wäre schon ein Traum. Immer geradeaus, keine Hindernisse, alles ist perfekt. Aber wenn ich meinen Weg durchs Leben und meinen Weg mit Gott zeichnen müsste, wäre das wohl eher der Weg, denn ich gehe, wenn ich nach etwas Wein zu viel zu mir nach Hause laufe. In Schlangenlinien, mit Umwegen und Sackgassen. Mein Weg ist leider nicht so gerade. Aber auf der anderen Seite, wie langweilig wäre mein Weg, wenn er immer nur gerade wäre? Natürlich ist es nicht schön, wenn man an Stellen in seinem Leben gerät, auf die man lieber verzichtet hätte. Wenn Gott gerade ganz weit weg scheint. Aber nur deswegen weiß ich zu schätzen, was ich an meinem Leben und an Gott habe. Ohne diese Umwege hätte ich viele Menschen, die mich bis heute begleiten nie kennengelernt. Also nehmen wir das positive an unserem Weg in Schlangenlinien, in Umwegen und Sackgassen. Wenn wir gerade in eine geraten, wenn wir uns von Gott entfernen, wenn wir einen Umweg gehen. Dann ist das frustrierend. Aber wenn wir wieder aus der Sackgasse herausfinden, de Schlenker zurück zu Gott machen, den Umweg absolviert haben, dann haben wir ganz viele Souvenirs auf unserem Weg gesammelt, die uns begleiten. Also bei Ihrem nächsten Schlenker, schauen Sie doch mal am Wegesrand, was sich für die Zukunft einsammeln lässt.

Vikar Patrick Keipert, Landau