Gute Nachricht - Gut-Tu-Nachricht

Tag 292: Donnerstag, 31. Dezember 2020

Ein Jahr in Zahlen

Haben Sie mitgezählt? Oder kannten Sie die Zahlen schon längst? Wenn Sie nach weiteren Zahlen eines Jahres suchen, können Sie sogar auf die geschätzten Atemzüge stoßen: 6 307 200.

Ein ganzes Jahr in Zahlen und doch sagen uns die blanken Zahlen so wenig über dieses Jahr.

Nehmen Sie sich heute am letzten Tag des Jahres ein paar der 525 600 Minuten Zeit, um die Zahlen mit Leben zu füllen, Ihrem eigenen Leben.

  • 6 307 200 Atemzüge: Wann wären es fast mehr geworden, was hat Ihnen den Atem geraubt?
  • Gab es Minuten oder Sekunden, die für Sie zur Ewigkeit wurden? Erinnern Sie sich an die Freude, die in ihnen lag oder den Schmerz?
  • Wie haben Sie die 8 760 Stunden gefüllt? Abgesehen von den 2 000 bis 3 500, in denen Sie geschlafen haben.
  • Welcher Rhythmus hat Ihre 52 Wochen positiv gestaltet – oder sind Sie noch auf der Suche nach Ihrem Rhythmus, der sich durch nichts durcheinander bringen lässt?
  • 12 Monate, genug Zeit um ein Kind oder Enkelkind zu bekommen. Oder zumindest den eigenen Geburtstag einmal zu feiern.

1 Jahr – unzählige einzigartige Augenblicke. Einer hat sie alle mit Ihnen geteilt ...

Pfarrerin Jasmin Coenen, Albersweiler


Tag 291: Mittwoch, 30. Dezember 2020

Weihnachtsmann

Tag 291 Weihnachtsmann

Im vorletzten Jahrhundert wurde an die Zeitung New York Sun folgender kurzer Brief geschickt:

Lieber Redakteur: Ich bin 8 Jahre alt.
Einige meiner kleinen Freunde sagen, dass es keinen Weihnachtsmann gibt.
Papa sagt: ‚Wenn du es in der Sun siehst, ist es so.‘
Bitte sagen Sie mir die Wahrheit: Gibt es einen Weihnachtsmann?
Virginia O’Hanlon.

Darauf hin Antwortete der Chefredakteur mit einem Artikel der in den folge Jahren es regelmäßig zu Weihnachten auf Seite 1 schaffte:

Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Es gibt ihn so gewiß wie die Liebe und Großherzigkeit und Treue. Weil es all das gibt, kann unser Leben schön und heiter sein. Wie dunkel wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe! Es gäbe dann auch keine Virginia, keinen Glauben, keine Poesie – gar nichts, was das Leben erst erträglich machte. Ein Flackerrest an sichtbarem Schönen bliebe übrig. Aber das Licht der Kindheit, das die Welt ausstrahlt, müßte verlöschen. Es gibt einen Weihnachtsmann, sonst könntest Du auch den Märchen nicht glauben.
Gewiß, Du könntest deinen Papa bitten, er solle am Heiligen Abend Leute ausschicken, den Weichnachtsmann zu fangen. Und keiner von ihnen bekäme den Weichnachtsmann zu Gesicht – was würde das beweisen? Kein Mensch sieht ihn einfach so. Das beweist gar nichts. Die wichtigsten Dinge bleiben meistens unsichtbar.

Pfarrer Thomas Himjak-Lang

Den ganzen Artikel finden Sie hier:

Gibt es einen Weihnachtsmann?


Tag 290: Dienstag, 29. Dezember 2020

Zwölf Rauhnächte 

290 rauhreifEinst wurde die Zeit zwischen Weihnachten und dem 6. Januar als besonders intensiv erlebt und mit ganz unterschiedlichem Brauchtum begangen. Aber auch wer nicht räuchert, trotzdem die Waschmaschine anschmeißt und am Ende dann doch lieber von einer Verkleidung als zottelig-mystische Sagengestalt absieht, mag die geniale Gelegenheit „zwischen den Jahren“ nutzen, um zurück-, aber vor allem eben auch nach vorne zu schauen. Letzteres will ich tun mit Worten von Klaus-Peter Hertzsch: 

„Die neuen Tage öffnen ihre Türen.
Sie können, was die alten nicht gekonnt.
Vor uns die Wege, die ins Weite führen:
Den ersten Schritt. Ins Land. Zum Horizont.

Wir wissen nicht, ob wir ans Ziel gelangen.
Doch gehn wir los. Doch reiht sich Schritt an Schritt.
Und wir verstehn zuletzt: Das Ziel ist mitgegangen.
Denn der den Weg beschließt und der ihn angefangen,
der Herr der Zeit, geht alle Tage mit.“

Pfarrerin Eva Weißmann, Godramstein


Tag 289: Montag, 28. Dezember 2020

Leerlauf

289 leerlaufZwischen den Jahren - einen Gang runterschalten, besser: den Gang ganz rausnehmen. Leerlauf.

Vielleicht rollt es noch ein bisschen weiter. So ganz abschalten geht nicht so schnell. Aber dann stehen die Räder still. Da rattert nichts mehr im Kopf, was alles noch zu erledigen wäre. Und die Rädchen greifen noch nicht wieder ineinander, um wieder durchzustarten. Nur der Motor läuft stand by - mit jedem Tag zwischen den Jahren ruhiger.

Das tut gut. Vor Weihnachten hat es sich so angefühlt, als halte man am Berg mit schleifender Kupplung und gibt dann Gas mit angezogener Handbremse. So viel hin und her, so viel Hüh und Hott, so viele Pläne, wie Weihnachten gefeiert werden könnte, und dann immer wieder so viele Vollbremsungen bis hin zum Abwürgen des Motors.

Jetzt ist Leerlauf. Aber ich bin parat. Es gibt verheißungsvolle Signale. Die Impfungen haben begonnen. Bereit, den Gang einzulegen und behutsam Gas zu geben. Nur ja nicht durchdrehen. Und auch nicht hohldrehen. Vorsichtig und vernünftig bleiben. Damit fährt man jetzt am besten.

Pfarrer Martin Anefeld, Nußdorf 


Tag 288: Sonntag, 27. Dezember 2020

Kreativität hilft!

Tag 288 Kreativität

Man wird freundlich begrüßt, bevor man den Kirchgarten der Martin-Bucer-Kirche in Gleisweiler betritt. Hier wird man eingeladen, einen coronagerechten „Stationengottesdienst“ zu feiern. Liebevoll gestaltete Haltepunkte. Wer sein Smartphone dabei hat und einen QR-Code einscannen kann, hört Weihnachtslieder, sieht kindgerechte Filme, kann Weihnachtsgeschichten lesen und vieles mehr. Man kann sich vor ausgesägte Flügel stellen und mit einem Foto dokumentieren, dass man selbst zu einem Engel werden kann.

Es gibt viel zu entdecken, in diesem kleinen Kirchgarten. Auch für mich, der ich glaubte, alles zu kennen. Ich habe entdeckt, dass Kreativität hilft und guttut, dass Engagement dankbar werden lässt, dass gute Ideen Corona in den Hintergrund drängen. Ich habe gestaunt über die Sensibilität, mit der die Gestalterinnen mögliche kleine und große Besucher in den Blick genommen haben. Ich habe mich gefreut an der liebevollen Dekoration. Und beim Heimweg dachte ich: Alle unsere Gottesdienste sind Stationengottesdienste. Wir gehen mit Gott und Gott mit uns. Und schon waren sie da, die weihnachtlichen Gefühle.

Lothar Schwarz, Rhodt

 


 


Tag 287: Samstag, 26. Dezember 2020

Eine Superkraft für Familien

Tag 287 Superkraft


„Papa, Corona hat alles verändert!“, sagt Theo. Das Corona-Jahr war sein erstes Schuljahr. Er denkt an die Schule, das Homeschooling, die Masken, den Abstand. Nur die Playmobil-Krippe, die ist noch dieselbe wie letztes Jahr. Theo betrachtet sich die Figuren genau. „Papa, was bringt es denn, dass Gott als Baby auf die Welt kommt?“ Gute Frage! Was sich Theo vielleicht wünscht, ist ein Gott, der auf den Tisch haut und die Welt verändert: Gott als eine Mischung aus Superman und Weihnachtsmann, der Corona besiegt und diesem Virus endlich mal zeigt, wo’s langgeht!


Wahrscheinlich ging es Maria und Josef so ähnlich: Nach der Geburt im Stall stehen sie da mit einem Neugeborenen, haben immer noch keine Unterkunft – und erfahren, dass sie auch im Stall nicht bleiben können, weil der König den Kindern an den Kragen will. Sie können ihrem Kind kein Zuhause bieten – nur ein Leben auf der Flucht. Maria und Josef spüren nicht die Macht Gottes, aber sie spüren sein großes Vertrauen. Gott traut Maria und Josef das zu – mit dem Kind. Gott glaubt an sie. In dieser Nacht hat sich darum etwas für sie verändert: Gott gehört ab sofort zur Familie.


Theo nimmt die kleine Familie aus dem Stall, betrachtet sie genau und sagt: „Ich glaube, die brauchen gar keinen Weihnachts-Superman. Vertrauen, das ist auch eine Superkraft!“ Dann stellt er die heilige Familie behutsam wieder zurück zur Krippe. „Weißt du, was ich glaube? Nächstes Jahr feiern wir Weihnachten ohne Corona.“ Und bis dahin wünsche ich uns diese Superkraft: Vertrauen, Hoffnung, Zuversicht. Weihnachten ist immer noch das Fest der Familie, bei dem Gott uns sagt: „Ich glaube an euch!“ Maria und Josef würden sagen: Weihnachten hat alles verändert.


Pfarrer Stefan Mendling, Annweiler

 

 


 


Tag 286: Freitag, 25. Dezember 2020

Leonardo - Brücke

Tag 286 Leonardo

Leonardo da Vinci hat sie zum erstmals dokumentiert: Eine Brücke, die ganz ohne Befestigungsmittel auskommt. Leim, Dübel, Seile oder Schrauben braucht dieser Bogen nicht. Die Holzteile werden ineinander verflochten und geben so der Konstruktion die nötige Stabilität. Entsprechend große Brücken halten auch schwere Lasten.
Jesus Christus, dessen Geburt wir in diesen Tagen feiern, ist Gottes große Brücke zu den Menschen.


Christus- die Brücke. Wir – die Hölzer?


Wenn wir eine wirklich christliche Gemeinschaft bilden, also uns einander tragen und ertragen, uns gegenseitig stützen, uns miteinander verzahnen, aufeinander achten, dann gewinnt diese Brücke Stabilität. Dann wird sie zum Halt für andere, zur Möglichkeit, Gräben zu überschreiten und zu neuen Ufern zu gelangen.


Ja, Christus- die Brücke. Wir – die Hölzer!


Der Anfang in Bethlehem wird zum Auftrag für uns. In diesem Sinn: Frohe Weihnachten, weit über die nächsten Tage hinaus!

Pfarrer Lothar Schwarz, Rhodt