Gute Nachricht - Gut-Tu-Nachricht

Tag 391: Freitag, 9. April 2021

Nach Ostern? Mit Ostern!

391 guckSchon wieder ist Ostern vorbei, die Osterferien gehen zu Ende. Es war das zweite Corona-Ostern. Ich habe das Gefühl, als ob jemand vor einem Jahr die Pause-Taste gedrückt hat. Und ich warte, bis die Welt endlich wieder normal ist. So ein Gefühl, als ob ich mir an der gruseligsten Stelle im Film die Augen zuhalte und jetzt darauf warte, dass jemand sagt: Kannst wieder gucken.

Das ist völlig normal – und gibt’s schon immer. Zum Beispiel für die, die Ostern damals hautnah erleben; für sie bricht auch eine Welt zusammen. Jesus ist tot, ausgerechnet der, dem sie gefolgt sind, dem sie vertraut haben. Darum ist das Leben auf Pause…

Und was macht Gott? Er drückt nach drei Tagen wieder auf Play. Das Leben geht weiter – auch mitten in der Krise. Was Gott den Oster-Menschen sagen will, ist: Wartet nicht darauf, dass es so wird wie es mal war; es wird vielleicht anders, aber das Leben kann mehr. Auch euer Leben!

Sagt nicht: Erstmal muss das und das wieder so sein, damit es wieder mein Leben ist. Das ist die Chance für euch, wieder auf Play zu drücken und zu sagen: ich warte nicht mehr ab, ich mach die Augen wieder auf, ich gebe dem Leben eine neue Chance, mache das ein oder andere vielleicht anders als bisher, aber vor allem vertraue ich wieder dem Leben, meinem neuen Leben. Es ist nicht nur ein Leben nach Ostern, sondern mit Ostern! Also: Kannst wieder gucken…

Pfarrer Stefan Mendling, Annweiler


 

Tag 390: Donnerstag, 8. April 2021

Vorgeschmack

390 SpargelEr traut sich kaum heraus. Es ist ihm zu kalt. Aber er wird kommen.

Sie ahnen, an wen ich denke? Richtig: Ich denke an den Spargel. Mehr noch: Ich sehne mich seinen ersten Spitzen entgegen! Spargel ist gesund und schmeckt trotzdem gut. Eine nicht selbstverständliche Kombination. Darüber hinaus ist das „Gotteskraut“ (so die Bezeichnung in Livland) Symbol eines Lebensstils. Ich persönlich kann ihn nur essen, wenn er a.) aus der Region stammt und wenn b.) die Spargelsaison da ist.

Regionale und saisonale Ernährung hat mich schon immer fasziniert. Spargel, Rhabarber, Erdbeeren, Salat, Tomaten, … das ganze Jahr über haben Lebensmittel ihre je eigene Zeit. Das geht bis zum Neuen Wein. Danach kann der Winterschlaf kommen (mit Rosenkohl und Co).

Saisonale und regionale Ernährung. Da kommt Abwechslung auf den Esstisch. Es wird deutlich, dass nichts zeitlos ist und dass nicht alles jederzeit zur Verfügung steht. Da muss man kein schlechtes Gewissen haben wegen der Arbeits- und Anbaubedingungen in fremden Ländern oder wegen der Ökobilanz der Lebensmittel. Wobei: Die Bedingungen für Erntehelfer bei uns sind ja auch fragwürdig, oder? Und ist wirklich alles „bio“?

Sie merken: Man kommt ins Grübeln. Und das ist gut so. Wir sollten uns Gedanken machen, was wir wann, wie oft und warum essen.

Da aber von Gedanken allein niemand satt wird, bleibt es bei meiner Freude am einheimischen Spargel. Wohl dosiert, pur und kombiniert.

Bis Pfingsten ist meine Zeit kulinarisch strukturiert!

Pfarrer Lothar Schwarz, Rhodt


 

Tag 389: Mittwoch, 7. April 2021

Der April macht, was er will

389 aprilTatsächlich erleben wir in diesem Monat oft alles, was das Wetter zu bieten hat. So auch dieses Jahr: Sonne, Regen, Graupel und Schnee. Während wir noch am 1. April bei sommerlichen 26 Grad C im Garten saßen, ist heute der Kachelofen an und die gute Daunenjacke wieder im Einsatz.

Ich hätte mir schönes Wetter für die Osterwoche gewünscht. Nun ist es anders. Aber auch gut.  Statt Picknick auf der Wiese gibt es eine warme Suppe. Ob Sonne, Wind oder Regen, ich staune über das Leben. Ein neuer Tag voller Möglichkeiten liegt vor mir. Ich darf leben. Und ganz plötzlich kommt die Sonne doch durch die Wolken. 

April
Als probiere Gott ...
Farben
Duft
Regen
Luft
....wie es werden soll
( Tina Willms )

Gemeindediakonin Annette Bernhard, Annweiler / Hofstätten

Tag 388: Dienstag, 5. April 2021

Ein Bild von Ostern

388 osterbildIn Vorbereitung auf Ostern habe ich ein wenig in meiner Bilderkartei gestöbert. Dabei ist mir dieses Bild ins Auge gefallen. Für mich ist dieses Bild Ostern. Da ist das Kreuz, dass uns am Karfreitag noch ganz in seinen Bann geschlagen hat. Aber in und durch das Kreuz wächst eine kleine Blume. Das Kreuz hat nicht das letzte Wort. Auch im Tod entsteht etwas Neues. In unserem Bild ist es die Blume, die dem Karfreitag trotzt. An Ostern ist es die Auferstehung Christi. Und so finde ich in diesem Bild beide Motive, die Trauer mit dem Kreuz, die Hoffnung mit der Blume. Heute an Ostern, da wissen wir: Der Tod hat nicht das letzte Wort. Wenn Sie heute zu ihrem Osterspaziergang aufbrechen, da werden sie es auch sehen. Der Frühling kommt, die Blumen sprießen. Nach dem endlosen Winter kommt der Frühling. Und auch der schier endlose Coronalockdown wird irgendwann enden. Den Im Kreuz ist immer auch die Auferstehung. Das Kreuz durch das die Blume wächst. Tod und Auferstehung in einem Bild. Toll.

Vikar Patrick Keipert, Landau

Tag 387: Ostermontag, 5. April 2021

Ostern – das Fest der Hoffnung entgegen aller Wahrscheinlichkeit

Tag_386_Ostern

Gestern gab es allerhand. Digitales, analoges und alle möglichen Mischformen. Wir haben uns für Letzteres entschieden. Eine Ostertüte zum Mitnehmen. Wer wollte, konnte sich aber auch in die Kirche hinein wagen. Einen kurzen Kar- & Osterweg gab es zu entdecken und in der Ostertüte noch einiges mehr. Ein Licht, eine Botschaft und auch für den süßen Genuss war natürlich gesorgt. Für Geist & Seele gab es dazu noch zwei farbige Zettel für Gedanken. Einen hellen für das Schöne und Hoffnungsvolle, einen dunklen für die schweren Stunden, für das was belastet. Wer wollte, konnte diese Gedanken aufschreiben und bei der Kirche anpinnen. Mitteilen und weitergeben. Wie Sie sehen, ein paar haben sich getraut. Die Tüten jedenfalls sind fast alle leer geworden.

Ostern ist für mich ein schönes Fest, gerade weil es so unwahrscheinlich ist: Auferstehung von den Toten. Damit konnte nun wirklich keiner rechnen. Für mich ist es ein Fest, das mir immer wieder in Erinnerung ruft: egal wie dunkel und schwer es aussieht, es geht dann doch irgendwie weiter. Es tun sich neue Wege auf, neue Möglichkeiten. Nicht zuletzt zwei wunderbare Videos für die Osterzeit.

Pfarrer Thomas Himjak-Lang, Annweiler

 


 

Tag 385Tag 386 Krönung: Ostersonntag, 4. April 2021

Die Krönung

Eine Jugendfreizeit geht zu Ende. Für den Abschlussgottesdienst sollen die Teilnehmer*innen draußen etwas Passendes als Altar-Deko suchen. Die Begeisterung hält sich in Grenzen: Es ist schließlich nass und kalt. So legen sie einfach schnell verdorrte Äste, alte Zapfen und braune Blätter in die Mitte. „Vergiss den Schrott“, sagt einer. Ein Mädchen hält was versteckt. Ein anderer kommentiert: „Sie hat die absolute Krönung.“ Eine Colaflasche kommt zum Vorschein. „Hab´ sie sogar abgewaschen!“ Kichernd setzen sich alle, gespannt, was passieren wird. Da stand sie nun also, die Colaflasche: Sie machte sich im Glanz der Kerzen sogar ganz gut unter all dem Verwelkten um sie herum. Ein Gespräch entspinnt sich: Die Flasche hat es verstanden, sich gegen den Lauf der Natur zu wehren. Der Zahn der Zeit nagt nicht an ihr. Der Tod hat keine Macht über sie. So geht es eine Weile, bis einer an einem Ast winzige Knospen entdeckt. Auf einmal suchen alle nach Lebenszeichen, im Zapfen finden sie Samen, und schließlich meint jemand: „Eigentlich ist doch all das der Humus, die Lebenskraft für Neues in die¬sem Frühjahr!“ Jetzt war die Colaflasche nicht mehr der Star. Sie war tot und blieb tot. Aber dort, wo Sterben war, war auch Leben zu entdecken! Jesus sagt: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Er¬de fällt und erstirbt, bleibt es allein. Wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ Oder anders: Dass wir zu Ostern einstimmen dürfen in den Ruf „Christ ist erstanden“, das ist Gottes Krönung für uns!

Pfarrerin Eva Weißmann, Godramstein

 


 

Tag 384: Karsamstag, 3. April 2021

Zwischen Karfreitag und Ostern

385 kreuzDas Kreuz,
Holz auf Jesu Schulter,
Fluchholz, Marterwerkzeug,
Hinrichtungsgerät, Zeichen des Todes,
bis Golgatha.
Dort durchkreuzt Gott
unsere Welt mit seinem Plan,
durchkreuzt werden
Schmerz und Kummer,
durchkreuzt werden
Angst und Pein,
durchkreuzt werden Schuld und Versagen,
durchkreuzt wird der Tod.

Das Kreuz,
Schnittpunkt menschlichen Elends
und göttlichen Erbarmens,
Brennpunkt
göttlicher Ohnmacht
und menschlicher Macht,
menschlicher Ohnmacht
und göttlicher Macht
Kehrpunkt
von Angst zu Hoffnung,
vom Tod zu Leben.

Das Kreuz,
Holz auf Jesu Schulter,
Holz an dem Jesus hängt
mit ausgebreiteten Armen,
die uns umfangen und bergen wollen.
Es wird in dieser Nacht
zum Zeichen der Hoffnung,
des Segens,
zum Baum des Lebens.

Pfarrer Martin Anefeld, Nußdorf