Gute Nachricht - Gut-Tu-Nachricht

Tag 477: Sonntag, 4. Juli 2021

Ja und Amen

Tag 477 Amen

Es ist nicht immer leicht, ein gutes letztes Wort zu finden. Wir kennen das von Streitereien, bei denen jeder das letzte Wort haben will. Manchmal geht es nur deshalb endlos weiter, weil genau an diesem Punkt keiner nachgeben will. Auch bei wichtigen Reden bekommt der Schluss ein besonderes Augenmerk: Oft werden da die wichtigsten Punkte noch einmal wiederholt und so zugespitzt, dass jeder sie sich merken kann. Das Vaterunser endet wie alle Gebete mit einem einfachen “Amen”. Amen ist Hebräisch und heißt so viel wie “Das werde wahr”. Das Amen am Schluss macht klar: Es geht darum, mich selbst in Einklang zu bringen mit Gottes Willen, mit Gottes Fürsorge. Ihm traue ich es zu, dass er wahr machen wird, was er versprochen hat. Bei ihm, so glaube ich, sind meine Sorgen und Nöte gut aufgehoben.

Gemeindediakonin Annette Bernhard, Hofstätten / Annweiler

 

 

 

Tag 476: Samstag, 3. Juli 2021

Freundlichkeit

Tag 476 Freundlichkeit

Mein Vater und ich sitzen im Auto. Viele Autos sind vor und hinter uns, wir stehen schon ewig im Stau. Die Autos hinter uns drängeln und Hupen und die vor uns bleiben die ganze Zeit stehen oder bremsen. Wenn wir die Spur wechseln bemerke ich, wie uns Autos ständig vorlassen uns aus dem Fenster anlächeln, doch noch mehr bemerke ich die anderen Menschen, die die uns den Weg abschneiden, Hupen und grimmig anschauen wenn wir an ihnen vorbeifahren. Als wir dann endlich zuhause ankommen, fällt mir auf, dass ich mich immer mehr aufrege als freue. So geht es mir in der Schule, im Bus so gut wie überall nehme ich die Freundlichkeit mancher Menschen zwar wahr aber noch mehr die Gemeinheiten anderer. Wir sollten uns alle mehr auf das nette, fürsorgliche in unserem Leben konzentrieren als auf das gemeine und nervige. Denn wenn wir das Gute in den Menschen sehen, gehen wir auch unbeschwerter durchs Leben. Probieren Sie doch auch mal, sich mehr aufs positive als aufs negative zu konzentrieren, ich kann ihnen aus Erfahrung sagen,auch wenn die meisten Leser*innen vermutlich älter sind als ich, Dass alles gleich viel einfacher wird wenn wir das freundliche in den Menschen sehen.

Cara-Mia Lichtner, (Praktikantin und Präparandin der Kirchengemeinde Am Hainbach in Böchingen)

 

 

Tag 475: Freitag, 2. Juli 2021

»Sei wohl behütet!«

Tag 475 Behütet

Wie oft haben wir uns dieses Segenswort im Coronajahr schon zugesprochen? Oder umgekehrt - wie oft wurde uns dieser Segenswunsch schon entgegengebracht? Was bewirken diese Worte in einem? Welche Gefühle lösen sie aus?

Sie tun der Seele gut. Machen Mut. Geben Hoffnung und Zuversicht. Vermitteln Freude. Geben Geborgenheit. Legen Glücksgefühle frei.

Ein Segen ist wie eine Umarmung. Ist wie eine weiche Wolke. Ist wie ein wärmender Mantel. Ist Gottes Beistand. Ist Quelle und Brot in Wüstennot.

Wir haben während der Pandemie wahrlich kein leichtes Jahr erlebt! Quarantäne, Ausgangsbeschränkungen, Kontaktverbote, Existenzsorgen, Angst um die Gesundheit - dies alles und noch andere Beschwernisse begleiteten uns.

Aber war nicht auch in dieser schwierigen Zeit Gottes Zuwendung zu spüren? War sein Beistand etwa nicht in ganz einfachen Momenten dingfest zu machen?

Es gab so viele Menschen, die sich um andere kümmerten. Das waren Ärzte und Medizinerinnen. Pflegepersonal. Krankenschwestern. Menschen, die vor Altersheimen musizierten oder kleine Botengänge verrichteten. Das waren unsere Kinder und kleine Freundinnen und Freunde, die Regenbogenbilder malten oder ein Gedicht aufsagten.

»Sei wohl behütet!« - das waren und das werden weiterhin tröstende und aufbauende Segensworte sein, die für Wärme und Licht und Sonnenstrahlen sorgen.

Und für alle, die ihr Herz öffnen, ist Gottes Geist spürbar. Er ist gegenwärtig, wenn wir eine tiefe Verbundenheit mit und zu einem Menschen wahrnehmen. Und immer auch, wenn wir gedanklich mit ihm unterwegs sind.

Wenn Gottes Geist um uns herum Einkehr hält, gehen wir unseren Weg als Gesegnete und können von diesem Segen auch etwas weiter geben.

Darum: »Seid alle weiterhin wohl behütet!«

Lektorin Monika Wiegand, Landau-Mörzheim

 

Tag 474: Donnerstag, 1. Juli 2021

Juli-Psalm

474 sommerpsalm2Herr
Es gibt Leute die behaupten
Der Sommer käme nicht von dir
Und begründen mit allerlei und vielerlei Tamtam
Und Wissenschaft und Hokuspokus
Dass keine Jahreszeit von dir geschaffen
Und dass ein Kindskopf jeder
Der es glaubt
Und dass noch keiner dich bewiesen hätte
Und dass du nur ein Hirngespinst
Ich aber hör nicht drauf
Und hülle mich in deine Wärme
Und saug mich voll mit Sonne
Und lass die klugen Rechner um die Wette laufen
Ich trink den Sommer wie den Wein
Die Tage kommen groß daher
Und abends kann man unter deinem Himmel sitzen
Und sich freuen
Dass wir sind
Und unter deinen Augen
Leben
(Hanns Dieter Hüsch)

gefunden von Pfarrer Martin Anefeld, Nußdorf

Tag 473: Mittwoch, 30. Juni 2021

Sew Pray Love: Knistertücher für Babys

Tag 473 Sew Pray Love Rückblick

Wir hatten wunderbare Stunden beim Nähtreffen! Bunt wie unsere Stoffe war unsere Runde im Gemeindehaus Godramstein am vergangenen 19. Juni. Zwischen dem Rattern der Nähmaschinen und dem Schneiden haben wir die Geschichte der Näherin Tabita und ihrer Frauengemeinschaft (Apo. 9, 36-43) gehört und über die Wendeöffnungen im Leben und Gott nachgedacht. „Vor allem der Schoko-Kuchen war lecker!“, meinten die jüngeren Teilnehmerinnen.

Aus dieser Aktion sind nun u.a. Knistertücher für Babys und Neugeborenen entstanden. Damit möchten wir sie in diesem Sommer 2021 zusammen mit Segenswünschen begrüßen. Falls eine Familie im Kopf haben, die sich darauf freuen würde, senden Sie uns einfach eine kurze Nachricht an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Vikarin Almendra García de Reuter / Landau-Godramstein

 

 


 

Tag 472: Dienstag, 29. Juni 2021

Auf den dritten Blick

Tag 472 Dritter Blick

Wenn meine Kinder nicht gesagt hätten, Guck mal, Papa! Eine Schnecke!“, ich hätte die Tür einfach geöffnet, ohne zu merken, dass auf der Klinke eine Schnecke sitzt. Auf den zweiten Blick sehe ich, dass die Schnecke mich anschaut, als ob sie mich fragen wollte: „Nimmst du dir auch wirklich genug Zeit, um wahrzunehmen, was es hier zu erleben gibt?“

Türen sind im Alltag dazu da, geöffnet oder geschlossen zu werden. Diese Tür an der Abteikirche in Otterberg will aber betrachtet werden und mit mir ins Gespräch kommen. Sobald ich das tue, fällt mir (auf den dritten Blick) noch etwas auf: Wenn ich die Tür öffne, umfasst meine Handfläche eine Botschaft, die in die Klinke eingraviert ist: „Mors Porta Vitae“. Übersetzt: Der Tod ist die Tür zum Leben. Daran halte ich mich buchstäblich fest, sobald ich die Tür öffne… Es geht hier wirklich um die Tür! Und die Botschaft der Tür, die ich bei näherer Betrachtung so verstehe: Nimm dir Zeit, die Türen in deinem Leben in Ruhe zu betrachten. Türen sind mehr als nur Alltagsgegenstände. Verschlossene Türen sind Schutz, offene Türen sind Einladungen. Türen, die sich öffnen lassen, sind Chancen. Türen, die sich langsam schließen, sind die Vergänglichkeit. Und diese Tür mit der Schnecke?

Die Schnecke schaut mir zu, wie ich sie langsam öffne. Ich nehme sie wahr, die Tür und die Schnecke, wie sie mich einladen, in die Abteikirche zu gehen. Und ich bin mir sicher, Gott zeigt euch auch die ein oder andere Tür. Und dahinter ist immer Leben – auf den dritten Blick. Wetten?

Pfarrer Stefan Mendling, Annweiler

 


 

Tag 471: Montag, 28. Juni 2021

Graffiti

471 GraffitiUnser Sohn liebt Graffiti. Er hat sich selbst schon als Sprayer betätigt. Auf genehmigten Flächen in Freiburg. „Legal“ ist zwar in der Branche verpönt, aber bei den Eltern war nichts Anderes drin.

Gut dreißig Kilometer westlich von Freiburg liegt das elsässische Neuf-Brisach. In den Festungsanlagen von Vauban (UNESCO-Weltkulturerbe seit 2008) ist das Musée Arts Urbains et du Street Art (kurz: Mausa) untergebracht. Beim Besuch der unterirdischen Gänge erübrigt sich die Frage, ob Graffiti Vandalismus oder Kunst sind. Die Räume sind ein Erlebnis.

Wie sehr Graffiti Zeitkritik und leidenschaftliches Plädoyer für Farben und Formen sind, wurde sichtbar, als wir die kleine Garage in der Nähe des Museums entdeckten. Inmitten der nüchternen Bauten blühen hier Bekenntnisse und Ideale.

Liebe, die graue Festungstürme in himmelblaue Farbe taucht. Liebe, die – im Blick auf die Menschen – keine Farben kennt. Liebe, die sich zeigt. Liebe, die anders ist.
Ein Kleinod in einer Straßenecke Neuf-Brisachs. Hier kamen mir Jesu Worte aus der Bergpredigt in den Sinn:

Ihr seid das Licht der Welt (Matth. 5,14).

Jesus hofft auf Menschen, die einer grauen Welt Farbe verleihen. Die Eintönigkeit mit Himmelsblau tränken. Er wünscht sich Geschwister, die Liebe versprühen.
Christen sind Sprayer, ganz legal.

Pfarrer Lothar Schwarz, Rhodt


 

Tag 470: Sonntag, 27. Juni 2021

Halbzeit

470 halbzeit3Wir haben Ende Juni. Schon fast das halbe Jahr ist um. Und mal wieder der Gedanke, dass die Zeit rast.

Halbzeit also. Bei der Fußballeuropameisterschaft ist die Halbzeitpause die Gelegenheit für die Spieler, um zu ruhen und neue Kraft zu tanken. Zeit, um auf die erste Halbzeit zurückzuschauen und zu überlegen, wie sie gelaufen ist. Oft gibt es nach der Pause Veränderungen in der Taktik und das Spiel dreht sich.

Halbzeit auch für das Jahr 2021. Wie war Ihr erstes Halbjahr? Ist es dahingeplätschert oder gab es wichtige Erlebnisse? Was bleibt in Erinnerung aus dem Winter und Frühjahr dieses Jahres? An welche schönen Momente will ich mich erinnern? Was war anstrengend? Und was lerne ich aus den letzten Monaten? Was möchte ich anders machen im 2. Halbjahr?

Innehalten, refklektieren und Veränderungen angehen. Nehmen Sie sich doch heute die Zeit, darüber nachzudenken!

Der du allein der Ewige heißt
und Anfang, Ziel und Mitte weißt
im Fluge unsrer Zeiten:
bleib du uns gnädig zugewandt
und führe uns an deiner Hand, damit wir sicher schreiten.
(Jochen Klepper)

Gemeindediakonin Annette Bernhard, Annweiler / Hofstätten