Gute Nachricht - Gut-Tu-Nachricht

Tag 398: Freitag, 16. April 2021

Wer bin ich?

Tag 398 wer bin ich

In der Verbandsgemeinde habe ich eine Bürgernummer. Für das Finanzamt bin ich von der Steuernummer zur persönlichen Identifikationsnummer mutiert (TIN, also Tax Identification Number oder auch Steuer-ID). Mein Arbeitgeber hat mir eine Personalnummer zugewiesen. Die Banken speichern mich mit mehreren Nummern ab, so wichtig bin ich schon: Da wären die Kontonummern, die Net-Key-Nummern und die PIN – Nummern. Ohne die komme ich an keinen Cent. Wo ich als Kunde auftauche, werde ich zur Nummer. Und wo ich etwas online bestellen will (oder bestellen muss), benötige ich meine Kundennummer und meine Personal Identification Number. Diese PIN machen mich noch wahnsinnig. Ich war zu Beginn meines Lebens als PC-User noch überrascht von den Zahlen und Codes, die ich selbst erfinden sollte. Mittlerweile wird mein Ordner, in dem alle Zugangsdaten notiert sind, immer dicker. Und bei dem ganzen Zahlenchaos wird nicht nur mein Ordner dicker!

Wer bin ich?
Einer, der gern mal in der Bibel schmökert. Und dort lese ich diesen wunderbaren Vers aus dem Jesajabuch (43,1):
„Fürchte Dich nicht, ich habe Dich erlöst. Ich habe Die bei deinem Namen gerufen, Du bist mein“.
Mehr als ein seit vielen Jahrzehnten beliebter Taufspruch. Eine in Worte gefasste Therapie. Gott kennt mich mit NAMEN. Für ihn bin ich keine Nummer. Mittlerweile eine echte Alternative.

Pfarrer Lothar Schwarz, Rhodt

 


 

Tag 397: Donnerstag, 15. April 2021

Zeit für Ruhe

Tag 397 Zeit für Ruhe

Letzte Woche ist etwas Erstaunliches passiert:
Ich lag nachmittags um 17 Uhr auf der Couch und habe ein Buch gelesen. Vielleicht denken Sie jetzt: Was ist daran bemerkenswert?

Zum Lesen komme ich sonst nur im Urlaub.Da lese ich gerne und viel. Im Alltag fehlte mir die innere Ruhe dazu. Immer gab es noch was zu erledigen.

Nach über einem Jahr in der Ausnahmesituation mit weniger Terminen und Aktivität
hat sich mein Leben verändert.

Ich habe mehr Zeit und festgestellt: Stille tut gut.
Sie ist wie ein Raum, in dem ich nur für mich bin.
Eigene und fremde Erwartungen und Ansprüche bleiben vor der Tür.
Ich kann frei atmen.
Ich fühle mich heil und ganz.

 Öfter mal: faul sei
und nicht funktionieren,
sich sinnlos und zweckfrei
im Trödeln verlieren!
Einfach mal: warten,
was so passiert,
wenn man im Liegen
den Himmel fixiert!
Nur einfach: da sein,
dankbar und froh,
und wissen, die Erde,
sie dreht sich auch so!
Jörn Heller

Gemeindediakonin Annette Bernhard, Annweiler / Hofstätten


 

Tag 396: Mittwoch, 14. April 2021

Gegen den Coronatrott

396 coronatrottLiebe Leser*innen, geht es Ihnen auch so, dass man inzwischen in einem Coronatrott gefangen ist? Aufstehen, arbeiten, Spazierengehen, Fernsehen, Schlafen. Viel mehr passiert nicht mehr. Da fällt es schwer sich noch ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern.

Mir ist das gelungen. Ganz profan: Ich habe eine App entdeckt, mit der man sein Gesicht auf das von anderen Menschen setzen kann. Reface nennt sich das auf Englisch. Sie wollten schon immer mal selbst bei Titanic mitspielen? Kein Problem, ganz einfach werden Sie zu Leonardo di Caprio, Kate Winslet oder beiden. Selten war es so einfach Jesus selbst nachzufolgen. Einfach mein Gesicht auf seinem Körper. Fertig. Sie können sich vorstellen, da kommt es zu allerlei abstrusen Situationen.

Ein kleines Lächeln mitten im Coronatrott. So einfach kann man sich ein klein wenig Freude in sein Leben holen. Gerade jetzt in der Coronazeit, achten sie auf die kleinen Dinge, lassen Sie sich ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Vikar Patrick Keipert, Landau


 

Tag 395: Dienstag, 13. April 2021

Glück ist ..

 Tag 395 Glück ist

ein großes Fest zu feiern,
auch wenn es dafür
gar keinen Grund gibt.
Außer den, alle Menschen,
die du gern hast,
einladen zu wollen
und tausend gute Wünsche
in den Himmel steigen zu lassen.
Rosalie Tavernier

Glück ist auch zu hoffen, sogar entgegen aller aktuellen Widrigkeiten. Es kommt wieder die Zeit, in der wir ohne schlechtes Gewissen Menschen einladen werden. In der wir wieder zusammenkommen und gemeinsam feiern werden. Das ist meine Hoffnung und mein Glück.

Pfarrer Thomas Himjak-Lang, Annweiler

 

 


 

Tag 394: Montag, 12. April 2021

I don´t like Mondays

Tag 394 Monday

Oft gegrölt haben wir diesen Hit der Boomtown Rats am Wochenende in unserer Clique, denn der Montag, den wir alle nicht wirklich mochten, bedeutete, spätestens um 7.55 Uhr gut gerüstet mit allen Hausaufgaben auf der Matte zu stehen: wahlweise in der Schule die einen, am Ausbildungsplatz die anderen. Lang, lang ist´s her. Oft gegrölt haben wir diesen Hit, ohne zu ahnen, welch traurigen Hintergrund er eigentlich hat.

Und der heutige Montag? Mit einer gewissen Vorahnung war der Ministerpräsident*innenkonferenz entgegenzublicken, denn was würde nicht wieder alles entschieden werden. Dass die für heute geplante Konferenz nun ersatzlos abgesagt ist, macht es nicht wirklich besser. Wie im Lied mag man nachfragen: Tell me why / warum?

Vom Wochenende bringen mich die „Zutaten“ der beiden Gut-Tu-Nachrichten Gott sei Dank auf andere Gedanken: Von Annahme, Gelassenheit, Ruhe und Hoffnung lese ich da. Auch meine Pinnwand muntert mich mal wieder auf: „1 Tüte gute Laune“ hat sie parat, mit einer Extraportion Humor. Und nicht zuletzt nimmt mich die Zuversicht aus dem gestrigen Gottesdienst an der Hand und stimmt mich das Lied „Stimme, die Stein zerbricht“ (Neue Lieder Nr. 192) auf die Woche ein: „Bringt mir, wo ich auch sei, Botschaft des Neubeginns, nimmt mir die Furcht, macht frei … ich bin nicht bang: Du bist hier.“ Gut. Der Montag kann kommen.

Pfarrerin Eva Weißmann, Godramstein

 


 

Tag 393: Sonntag, 11. April 2021

Projekt Hoffnung

393 umgegraben2Ich habe Hoffnung. Aber dafür habe ich schwer geschuftet. Der Schweiß floss in Strömen, und der Muskelkater war wirklich nicht von schlechten Eltern. Das tat richtig weh. Sechs Stunden habe ich gebraucht, um den Vorgarten umzugraben. Zwei gehäufte Schubkarren mit Unkrautwurzeln habe ich abgefahren (wen es interessiert: Winden, Quecken, Disteln, Efeu, Japanknöterich).

Aber jetzt ist alles bereit. Eine Blumenwiese will ich da säen. Und obwohl ich es kaum erwarten kann, bin ich gedanklich darauf vorbereitet, dass sich wochenlang nichts tut. Aber dann! Wenn es warm wird, wird wachsen, was wohlbehütet in der Erde lag. Dann wird es da grün und bunt, dann wird es da summen und brummen, dann ist da Leben, dann ist da, was ich erhofft habe.

Der Vorgarten ist mein Projekt, gegen Corona anzuhoffen. Es liegt wahrhaftig noch viel Einsatz vor uns. Das mag uns erschöpfen und auch weh tun. Und wir mögen kurzfristig keinen Erfolg sehen. Doch je sorgfältiger wir den Boden bereiten, je nachhaltiger wir das Virusübel bei der Wurzel packen, um so eher und mehr kann das Leben wieder in seiner Fülle aufblühen.

"Hoffnung, die sich verzögert, ängstet das Herz; wenn aber kommt, was man begehrt, das ist ein Baum des Lebens." (Sprüche 13,12)

Pfarrer Martin Anefeld, Nußdorf 


 

Tag 392: Samstag, 10. April 2021

Gottesnähe, Schokolade und Glitzer

392 Cake PopsDas Osterlamm aus Biskuit begleitete mich durch die Ostergottesdienste in drei Gemeinden. Es fiel weder von der Kanzel noch vom Altar, zerbröselte kein bisschen und ließ sich von mir während der Predigt mehrmals mit dem Siegesfähnchen in den Hals stechen und von der Halsschleife geschmückt werden ohne den Stand zu verlieren. Echte Backkunst und treuer Gefährt war es! Nur, nach den Feiertagen war es ausgetrocknet und sah nicht mehr so frisch aus. Essen wollte es niemand mehr - genauso wenig wie die vielen Osterhasen, die wir als Familie mit Kindern geschenkt bekamen!

So kam uns gestern die Idee, aus dem Osterlamm und den Schokohasen „Cake Pops“ zu machen. Mit nur drei weiteren Zutaten – Frischkäse, Butter und Puderzucker – ließen sich kleine Kugeln formen, die in der verschmolzenen Schokolade der Osterhasen gebadet und mit Glitzer und bunten Perlen verziert wurden. Sie schmeckten köstlich und erfreuten uns sehr!!!

Als ich mir das Alles ansah, dachte ich: Vielleicht meint Gott es so mit uns, wenn wir uns wie ausgetrocknet fühlen, nicht mehr ganz frisch aussehen und von uns selbst denken: uns will keiner mehr. Wenn wir am Ende sind, dann fängt Gott erst an kreativ zu werden! Mit drei weiteren Zutaten, wie vielleicht Annahme, Gelassenheit und Ruhe, kann Gott uns eine ganz neue Form geben. Mit Gottes Nähe, Schokolade und etwas Glitzer, können selbst Schäffchen, die sich am Ende fühlen, nicht nur wieder zum Einsatz kommen, sondern ganz neu zur Freude für sich und andere werden!

PS: Hier finden Sie das Rezept für die Cake Pops
https://www.lecker.de/cake-pops-grundrezept-so-gelingen-die-kuchen-am-stiel-73320.html

Vikarin Almendra García de Reuter, Godramstein