Gute Nachricht - Gut-Tu-Nachricht

Tag 299: Donnerstag, 7. Januar 2021

Glück

Tag 299 Glück

GLÜCK IST ein
langer Winterspaziergang,
vorbei an leeren Bänken
und tief verschneiten Bäumen
durch die weiße Stille,
in der ich mich selbst
wiederfinde.

Rosalie Tavernier

Tag 298: Mittwoch, 6. Januar 2021

Sternenhimmel

Am Dreikönigstag gesellen sich die Weisen aus dem Morgenland zur weihnachtlichen Krippenszene mit dazu. Bestimmt haben Sie von der „weiblichen Variante“ schon mal irgendwo gehört, sprich, kennen die Antwort auf die Frage: Was wäre, wenn die Heiligen Drei Könige Frauen gewesen wären? Falls Sie sie nicht kennen: Nun. Sie hätten einfach nach dem Weg gefragt und wären pünktlich angekommen. Sie hätten bei der Geburt geholfen und auf jeden Fall etwas zu essen vorbereitet. Und sie hätten praktische, nützliche Geschenke mitgebracht. In diesem Jahr vielleicht Toilettenpapier, Mehl und Desinfektionsspray. Wer weiß.

Tag 297: Dienstag, 5. Januar 2021

Nähe

297 naeheSie fehlt.

Hundertfaches Händeschütteln an Heiligabend.
Küsschen rechts, Küsschen links zum Jahreswechsel.
Arm in Arm schunkeln an Fasching.
Eine Nacht durchtanzen im Club.
Zu zehnt an einer Garnitur sitzen auf dem Weinfest.

Tag 296: Montag, 4. Januar 2021

Schnee

296 schneeEs schneit. Ein selten gewordenes Ereignis in unserer Region. Die einen freuen sich und pilgern mit Schlitten und Kindern in die Berge zum Rodeln. Die anderen stöhnen, weil sie Schnee schippen müssen und den Match des Tauwetters sehen, bevor beides da ist.

Mir gefällt es, wie der Schnee die Landschaft verändert und wie er meinen Blick wendet. Francisca Stoecklin, die von Rilke geförderte Schriftstellerin aus der Schweiz, hat sensible Worte gefunden für das, was ich meine:

Schnee, zärtliches Grüßen der Engel,
schwebe, sinke –
breit alles in Schweigen und Vergessenheit!
Gibt es noch Böses, wo Schnee liegt?
Verhüllt, verfernt er nicht
Alles zu Nahe und Harte
mit seiner beschwichtigenden Weichheit,
und dämpft selbst die Schritte des Lautesten
in Leise?
….

Pfarrer Lothar Schwarz, Rhodt


Tag 295: Sonntag, 3. Januar 2021

2021 er-fahren

295 ballon„Guck mal, da fliegen Leute im Ballon!“ Der Opa antwortet seinem Enkel: „Die fliegen nicht, die fahren.“ „Aber der hat doch gar keine Räder!“, sagt das Kind skeptisch. Der Opa grübelt. Er weiß: Heißluftballons werden nicht geflogen, denn der Ballon ist leichter als die Luft – und wird von der Luft getragen. Deswegen fährt er wie ein Schiff auf dem Wasser: getragen.

„Wie lenken die den Ballon?“, will das Kind wissen. „Der Wind bestimmt, wo’s langgeht“, sagt der Großvater. Ballons haben kein Lenkrad. Allein die Höhe kann der Ballonfahrer bestimmen, indem er Ballast abwirft oder mit dem Brenner einheizt.

Das neue Jahr fühlt sich so ähnlich an wie Ballonfahren. Was 2021 bringen mag, wohin es uns bringt, wann der Lockdown vorbei sein wird, wann wieder etwas Normalität zurückkehrt – das weiß keiner so genau. Aber das Schöne am Ballonfahren ist die Aussicht von da oben! Die Aussicht, dass wir in Allem von Gott getragen sind. Das heißt: Wir „fahren“! Wer glaubt, der „fährt“ und „er-fährt“, dass er getragen ist.

„Das Geheimnis beim Ballonfahren ist: Du weißt nicht, wohin dich der Wind trägt“, sagt der Opa nach einer Weile. Da sagt das Kind: „Aber Gott weiß, wohin!“

Pfarrer Stefan Mendling, Annweiler


Tag 294: Samstag, 2. Januar 2021

Wege eines neuen Jahres

294 WegeBreitgetretene Trassen und ich werde laufen, wo alle laufen. Schmale Pfade und ich werde achten müssen, wohin mein Fuß tritt. Steile Anstiege und ich werde ins Schwitzen kommen. Ebenso steile Abstiege und meine Knie werden schmerzen. Verwinkelte Wege und ich bekomme ständig neue Aussichten und Ansichten. Panoramawege und mein Herz wird weit werden. Wege, die im Kreis verlaufen und ich werde mich ärgern. Wege, die kurz sind und die ich dennoch links liegen lasse. Wege, die mir einen langen Atem abverlangen.

Steinige Wege. Matschige Wege. Staubige Wege. Idyllische Wege. Wege, die mir bekannt vorkommen und Wege, die überraschen.

Werde ich die Schönheiten entdecken, die am Wegrand zu finden sind? Werde ich mir Tempo und Kraft gut einteilen? Komme ich voran? Kenne ich mein Ziel? Wen treffe ich unterwegs? Von wem werde ich mich verabschieden?

Auf keine Frage gibt es eine Antwort. Klar, das Jahr hat ja erst angefangen. Aber zwei Wünsche habe ich: Ich möchte unterschiedliche Wege gehen. Ich möchte Psalm 37, 5 beherzigen:

Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird`s wohl machen.

Pfarrer Lothar Schwarz, Rhodt


Tag 293: Freitag, 1. Januar 2021

Startklar

293 neujahrIch schau mich um
Noch etwas scheu
Denn alles ist
so herrlich neu

Die Chancen liegen
hier vor mir
wie dieses weiße
Blatt Papier

Ich seh nach vorn
nicht mehr zurück
Ein neuer Anfang
welch ein Glück !

Gottes Segen behüte dich nun,
Gottes Segen in all deinem Tun.
Geh gesegnet, getröstet, gestärkt und geliebt
in der Freude, die Gott dir heut gib.
( Neue Lieder plus 146 )

 Gemeindediakonin Annette Bernhard, Annweiler / Hofstätten