Tag 425: Donnerstag, 13. Mai 2021

Projekt Hoffnung 3.1

425 hoffnung31Jetzt ist es so weit. Jetzt sprießen nicht nur Disteln in meinem Vorgartenblumenbeetprojekt. Viele kleine Pflänzchen brechen durch. Bei diesem erbärmlichen, lehmigen, steinigen Boden! Dass es so viele werden, hätte ich kaum zu hoffen gewagt (eine Lehre aus den letzten beiden Jahren). Und ich habe keine Ahnung, was daraus wohl werden wird. Dem Anschein nach muss es sich um verschiedene Arten handeln.

Dass Schöne an meinem Projekt Hoffnung ist, dass die Hoffnung nie ausgeht, sondern sich ständig erneuert und weitergeht. Es gibt jeden Tag etwas zu entdecken, was Neugier weckt und eine Verheißung in sich trägt. Jetzt lerne ich beispielsweise, dass es keinen Sinn hat, sich ein einziges Ziel zu "er-hoffen". Das wäre einfältig. Das Pflänzchen Hoffnung ist vielfältig. Es findet viele Wege, ans Licht zu brechen.

Weg hast du allerwegen,
an Mitteln fehlt dir's nicht;
dein Tun ist lauter Segen,
dein Gang ist lauter Licht;
dein Werk kann niemand hindern,
dein Arbeit darf nicht ruhn,
wenn du, was deinen Kindern
ersprießlich ist, willst tun.
(Paul Gerhardt, EG 361,4) 

Pfarrer Martin Anefeld, Nußdorf