Tag 281: Sonntag 4. Advent, 20. Dezember 2020

Wurzelgrund - Hoffnungsgrund

281 rose„Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart,
wie uns die Alten sungen, von Jesse kam die Art.“

Die Alten sangen es,
wir singen es Jahr für Jahr
und kehren zurück bis zu jenem Mann
in einem kleinen Landstädtchen Israels
zu unvordenklichen Zeiten,
der sonst längst vergessen wäre:
Isai - Jesse, der Vater Davids.

Der Wurzelgrund der Hoffnung ist oft unscheinbar.
Wie sollte Jesse ahnen,
dass sein Sohn mehr sein würde als ein Provinzherrscher,
nämlich Ahnherr des Herren aller Herren, Jesus Christus?

Wie soll ich ahnen, dass ein Wort, das ich einem Verzweifelten sage,
sich doch tief verwurzelt in seinem Herzen
und irgendwann gute, heilende Früchte trägt?

Wie soll ich ahnen,
dass meine Zuwendung zu einem weinenden Kind
dieses Kind nicht bloß einen Augenblick lang tröstet,
sondern dass tief in seinem Herzen ein Urvertrauen keimt,
das ein Leben lang trägt.

Wie soll ich ahnen,
dass eine ausgestreckte Hand, eine Lächeln zur rechten Zeit, ein kleines Geschenk
Wurzelgrund werden können für etwas, was größer ist als der Augenblick.

Alles hat seinen Grund.

Auch wenn ihn nicht ahne, nicht kenne, oder längst vergessen habe.
Aber das, was ich tue, wirkt fort,
kann etwas Gutes und Kostbares auslösen,
kann Hoffnung wecken,
Hoffnung zum Keimen und Grünen bringen.

Pfarrer Martin Anefeld, Nußdorf

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