Gute Nachricht - Gut-Tu-Nachricht

Tag 80: Dienstag, 2. Juni 2020

„Wenn möglich, bitte wenden!“

80 wenden2Navigationssysteme moderner Autos leiten ihre Besitzer*innen mit freundlichen Worten zu ihrem Ziel. Und wenn man sich dann doch mal verfranzt hat, wenn die Straße vielleicht wegen einer Baustelle gesperrt ist oder man schlicht nicht weiter kommt, dann ertönt eine freundliche Stimme, die da sagt: „Wenn möglich, bitte wenden.“ Sie schmunzeln? Dann haben Sie diese Stimme wohl im Ohr.

In diesen Tagen bräuchte es viele Navis, die uns zur Umkehr auffordern. Mehr als das. Die uns einfach den richtigen Weg einschlagen lassen für so viele Ziele, die wir ansteuern müssen. So viele Themen, die unter den Nägeln brennen. So viel Not, die ein Ende haben soll.

Navigationssysteme moderner Autos kennen aber auch diese Worte: „Die Route wird neu berechnet!“ Auch die Bibel will uns navigieren. Sie bietet Weggeleit und Orientierung. Lädt ein, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und immer wieder auch einen Boxenstopp einzulegen und aufzutanken. Bei der einen oder anderen Teilstrecke heißt es dann am Ende vielleicht ja auch: „Sie haben Ihr Ziel erreicht!“

Herr, wende dich zu mir und sei mir gnädig.
Lass meinen Gang fest sein in deinem Wort. (Psalm 119,132f)

Pfarrerin Eva Weißmann, Godramstein


Tag 79: Pfingstmontag, 1. Juni 2020

„I can‘t breathe“ – Ich kann nicht atmen

79 atemnot2Der eine, der das hervorpresst, liegt unter der Beatmungsmaske. Der andere - ein Farbiger - unter dem Knie eines weißen Polizisten. Der eine ist vom Tode bedroht, kann womöglich gerettet werden. Der andere kommt zu Tode - keine Chance. Der eine ist Opfer eines Virus. Der andere Opfer von Polizeigewalt und Rassismus. Das eine kommt über die Menschheit als Naturgewalt. Das andere ist ein rein menschengemachtes Problem.

Tag 78: Pfingstsonntag, 31. Mai 2020

Feste feiern?

78 SchoppengläserKein Heimat- und Blütenfest in Rhodt unter Rietburg. Keine Eröffnung mit Freischoppen und Gästen aus den Partnerstädten. Kein Karussell zwischen den Kastanienbäumen. Keine offenen Winzerhöfe. Kein nächtliches Gedränge in der Theresienstraße. Keine Musik.

Da kommt Wehmut auf. Da weint des Pfälzers Herz. Trotzig wird hier und da gegrillt oder eine Erdbeerbowle angesetzt werden. Und für einen Rieslingschorle brauchen wir kein eigenes Fest, der geht immer. Aber die Gemeinschaft, die Gäste, die Stände, der große Gottesdienst mitten auf der Straße, all‘ das fehlt.

Tag 77: Samstag, 30. Mai 2020

Auf den Standort kommt es an

77 standortDer Standort kann entscheidend sein für eine Pflanze. Die Kiefer auf dem Bild wächst auf dem Teufelstisch bei Hinterweidenthal. Ein suboptimaler Standort für einen Baum. Er steht auf nacktem Fels. Auch wenn das Bild ein prächtiger Anblick ist, so ist die Kiefer eher mickrig. Ein Baum, der am Bach oder im Wald steht, kommt leichter an Nährstoffe und kann sich besser entwickeln.

Tag 76: Freitag, 29. Mai 2020

Ein Tag

76 HoffnungMein Wecker klingelt. Ich stehe auf und gehe ins Bad. Rein in die Dusche und das Wasser läuft. Temperatur passt – naja, nach kurzem Warten. Danach gehe ich in die Küche. Drücke den Knopf der Kaffeemaschine. Meine Tasse füllt sich. Während ich die Milch aus dem Kühlschrank hole, steigt mir Kaffeeduft in die Nase. Weiter geht es an den PC. Er fährt hoch. Ein paar Emails später verlasse ich das Haus für einen Termin.

Tag 75: Donnerstag, 28. Mai 2020

Ein glühender Backofen

75 backofen2Vor vielen Jahren, meistens freitagabends, wenn es schon spät war, wenn es schon weit nach der Zeit war, vernünftige Menschen schon längst im Bett lagen und ich dann auch endlich nach Hause kam, da glühte der Backofen schon längst nicht mehr.

Tag 74: Mittwoch, 27. Mai 2020

Meinen Bogen habe ich in die Wolken gesetzt

74 regenbogenEs ist mein Lieblingssymbol in diesen Tagen: der Regenbogen. Von so vielen Fenstern leuchtet er mir entgegen. Schön! Er gehört zur Arche Noah, und ich bin sicher, sie schippert nicht nur in diesen Tagen durch viele Kinderzimmer. Eine bekannte Spielzeugfirma (nein, keine Schleichwerbung an dieser Stelle) hatte sich der biblischen Geschichte schon angenommen, als unser Sohn klein war. Von daher kann ich sagen: Da ist wirklich einiges drin. Alle Tiere natürlich paarweise, Familie Noah wird bedacht, und die Taube darf ebenfalls nicht fehlen. An etwas hatte sich der Hersteller allerdings nicht herangewagt: an den Regenbogen!