Gute Nachricht - Gut-Tu-Nachricht


 

Ein Vorwort zu den Gut-Tu-Nachrichten

Seit dem 15. März 2020 haben wir tägliche Impulse auf der Homepage unserer Regionalgruppe veröffentlicht. Es sollten Botschaften und Gedanken sein, die „gut tun“. Herausgekommen ist ein bunter Strauß an „Gut-Tu-Nachrichten“: Witzige, nachdenkliche, klagende, aufbauende, wegweisende, kritische, tröstende Artikel. Manchmal vielleicht auch ablenkend von der deprimierenden und angespannten Stimmung in der Gesellschaft.

„Gute Nachrichten“ in krisenhaften Zeiten bergen das Risiko, falsch verstanden zu werden. Aber unsere Intention war richtig, bei allen trüben und dunklen Wolken die Sonne nicht zu vergessen, bei aller Angst und Sorge Mut zu machen, bei allem Ernst des Lebens auch ein Lächeln zu wagen, bei aller Anspannung auch mal auf andere Gedanken zu kommen.


Tag 500: Dienstag, 27. Juli 2021

Adieu !

Tag 500

Meine ehrenvolle Aufgabe ist es den Sack zuzubinden. Denn mit der heutigen "Gut - Tu -Nachricht" Nummer 500 enden die täglichen Gedanken. Sie werden mir fehlen, denn sie gehörten in den letzten fast 1,5 Jahren zu meinem Morgen dazu. Aufstehen, Kaffeemaschine an, duschen, Zeitung reinholen, GTN lesen, Zeitung lesen,...

Es hat mir gefallen, jeden Tag einen Impuls zu bekommen, es hat mich verbunden mit den anderen Autoren und mit den vielen Lesern. "Ach, die Bettina und die Jasmin lesen das heute auch."

Nun ist Schluss. Ich werde mir einen Ersatz suchen. Was genau weiß ich noch nicht . Wenn etwas zu Ende geht, ist es gut, wenn man Rituale hat, die helfen, die Schwelle mutig zu überschreiten. Und eines davon ist, sich den Segen zusprechen. Ich mache das nun mit meinem aktuellen Lieblingslied:

Gottes Segen behüte dich nun.
Gottes Friede in all deinem Tun.
Geh gesegnet, getröstet, gestärkt und geliebt,
in der Liebe, die Gott dir heut gibt!
( Neue Lieder plus 146 )

Gemeindediakonin Annette Bernhard, Annweiler - Hofstätten


 

 

Tag 499: Montag, 26. Juli 2021

Halbfinale.

Tag 499

Die vorerst vorletzte Gut-Tu-Nachricht. Am Anfang war ich auch nur fleißiger Leser. Wer hätte gedacht, dass dieses Projekt 500 Tage dauert und ich auch mal noch mitmachen darf?

Erinnern Sie sich noch an die erste Nachricht? Da ging es um Lebensregeln von Papst Johannes XIII. Im Laufe dieser fast 2 Jahre waren ein bunter Strauß an Guten Nachrichten dabei. Denken sie doch mal zurück an die letzten 498 Nachrichten. Was war ihr Höhepunkt? Was haben Sie noch im Kopf?

Als wir damals begonnen haben wäre so ein Bild wie oben gar nicht denkbar gewesen. Inzwischen gibt es sie wieder, wenn auch unter neuen Bedingungen, die Großveranstaltungen. Ein Stück weit haben wir hineingefunden, in den neuen Alltag mit Corona. Für uns ein Grund Ihnen morgen Auf Wiedersehn zu sagen. Die Gute Nachricht heute: Heute ist nicht aller Tage, wir kommen wieder keine Frage. Zwar wird dieses Format morgen sein Finale finden, aber wir sind nicht aus der Welt. Wir sind bei ihnen vor Ort in den Gemeinden. In den Gottesdiensten. Im Gebet. Im Gespräch. Wir sind für Sie da. Für die kleine Gute Nachricht im Alltag, kommen Sie doch mal bei uns vorbei. Und wer weiß, vielleicht lebt ja auch dieses Format noch mal auf. Bis dahin wünsche ich Ihnen Gottes Segen und ganz viel Vorfreude auf die Finale Gut-Tu-Nachricht morgen.

Vikar Patrick Keipert, Landau


 

 

Tag 498: Sonntag, 25. Juli 2021

Guter Trunk

33 gaeste

Vor etwa über einem Jahr habe ich zu obigem Bild eine meiner ersten Gut-Tu-Nachrichten geschrieben: voller Vorfreude und Hoffnung auf ein Wiedersehen. Seit einiger Zeit kommen wir im Freundeskreis auch wieder zusammen. Neu dabei ist die Frage: „Darf ich dich drücken?“, doch im Großen und Ganzen fühlt es sich fast wieder an wie früher.

Den guten Trunk genießen geht in Gesellschaft einfach besser. Gemeinsam schmeckt es auch besser. Nur an einer Sache muss ich noch arbeiten: die Vorbereitungszeit. Bestimmt machen Sie das schon besser, nur schaffe ich es noch nicht. Oft verbringe ich mehr Zeit in der Küche, als dann später beim gemeinsamen Beisammensitzen. Die Balance habe ich da noch nicht gefunden. Aber ich habe ja noch ein bisschen Zeit zum Üben.

Bald haben wir bei unseren Gut-Tu-Nachrichten die 500 erreichen und wir machen dann erstmal Pause. Vielen Dank an Sie für Ihre Unterstützung und Rückmeldung.

Pfarrer Thomas Himjak-Lang, Annweiler 


 

Tag 497: Samstag, 24. Juli 2021

Matthäi am Letzten

Tag 497 Matthäi

Als Jugendliche hab´ ich Sinnsprüche gesammelt. Ein ganzes Sammelsurium ist da zusammengekommen. Das meiste davon wäre sicher schon in Vergessenheit geraten, wenn ich es nicht seitenweise in einem kleinen Büchlein verewigt hätte. Neulich, beim Schmökern, hab´ ich darin Folgendes entdeckt: „Man weiß, dass es ein gutes Buch war, wenn einem beim Umblättern der letzten Seite so zu Mute ist, als hätte man einen guten Freund verloren.“

500 Gut-Tu-Nachrichten neigen sich dem Ende. 500 Mal waren sie für viele fester Bestandteil am Morgen und Begleitung durch den Tag. Bald blättern wir die letzte Seite um. Was passt zum Schluss: Rückblick? Ausblick? Ich stöbere in der Bibel. Spannend, wie die einzelnen Bücher im Alten und Neuen Testament enden. Ein Buchschluss ist sogar sprichwörtlich geworden: Matthäi am Letzten. Wie war das: Kommt nicht oft das Wichtigste zum Schluss? Jesus sagt diesen letzten Satz im Matthäusevangelium und macht an dieser Stelle letztlich beides: Zurück und nach vorne schauen: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ So soll es sein.

PS: Praktisch an einem Buch wie an unseren Gut-Tu-Nachrichten: Man kann immer wieder darin blättern. Bei Tag 132 kommen Sie beispielsweise zum 24. Juli 2020 – und weiter geht´s!

Pfarrerin Eva Weißmann, Godramstein 


 

Tag 496: Freitag, 23. Juli 2021

Hoffnungsmund

Tag 496 hoffnungsmund

„Güldenmund“. So nannte die Alte Kirche einen ihrer größten Prediger, Johannes Chrysostomos, Erzbischof von Konstantinopel. Es war den Menschen, als ob Gold aus seinem Munde flösse.

Aus dieser etruskischen Tonplastik kommt kein Gold, da wächst Grün. Eine Laune der Natur, aber voller Symbolkraft. Grün wie die Hoffnung. Das brauchen die Menschen heute. Jemanden, aus dessen Mund Worte der Hoffnung fließen: in den Trümmern ihrer Häuser und ihrer Existenzen, in den Irrungen und Verwirrungen von Inzidenzien und Corona-Kurven, in Ratlosigkeit und Resignation, in Zorn und Ängsten angesichts der Klimakatastrophe.

Hoffnungsworte kann man sich nicht selbst sagen. Man muss sie sich sagen lassen. Und jeder kann zum „Hoffnungsmund“ für andere werden.

Hoffnungsworte können Gebete sein oder Spenden oder tatkräftige Unterstützung.

Hoffnungsworte können stumm sein im stillen Zuhören, im Wahrnehmen, im nur dabei Sein.
Hoffnungsworte können laut werden im Protest, im richtigen Kreuz auf dem Wahlzettel, im Aufstehen für die richtige Sache.

Ob die letzten 496 Gut-Tu-Nachrichten auch ein „Hoffnungsmund“ waren? Ich hoffe es. Am Ende jedoch halte ich mich fest an dem, was Gott selbst mir zuspricht:

„Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“

Pfarrer Martin Anefeld, Nußdorf 


 

Tag 495: Donnerstag, 22. Juli 2021

Startgetränk

Tag 495 Startgetränk

Meine Kaffeemaschine erinnert mich jeden Morgen daran, dass ich den Wasserbehälter auffüllen muss, wenn ich einen frischen Kaffee haben möchte. Das tue ich dann gerne: Denn es fällt mir schwer, auf meine Tasse Kaffee beim Frühstück zu verzichten. Ganz nach dem Motto: Ein Kaffee am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen.

Nun habe ich aber gelesen, dass die beste Zeit Kaffee zu trinken, um gut in den Tag zu starten, erst zwischen 9.30 und 11.30 Uhr sein soll. Kaffee so früh am Morgen zu trinken, würde unseren Körper eher stressen als stärken. Denn der Kaffeekonsum fördert die Produktion des Hormons Cortisol. Und unser Körper tut das sowieso am frühen Morgen, um uns wach zu kriegen. Zu viel Cortisol auf einmal würde uns eventuell ängstlicher machen, also noch mehr Kummer und Sorgen durch einen zu frühen Kaffee. Eine schlechte Nachricht für mein Morgenritual, dachte ich. Oder eine Einladung mein Morgenritual zu ergänzen…

Vor meinem Gang zur Kaffeemaschine nehme ich mir neuerdings erst mal die Zeit zum Innehalten – im Gebet oder Gespräch mit Gott. In der Bibel spricht Jesus: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! (Joh 7,37)
Da bietet Jesus sich selber an. Nehmen wir also erst bei ihm das Startgetränk, bevor wir unseren Tag beginnen. Dass wir dadurch wacher werden, kann ich nicht garantieren. Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass Kummer und Sorgen aber kleiner werden. Und dann steht dem Kaffeegenuss nichts mehr im Wege.

Vikarin Almendra García de Reuter, Landau - Godramstein 


 

Tag 494: Mittwoch, 21. Juli 2021

Lieber den Spatz in der Hand …

GTN 21.7

Manchmal kommt uns eine Spätzin besuchen. Sie hüpft durch den Spalt in der Terrassentür, und steht dann bei uns im Wohnzimmer. Mit voller Absicht. Denn die Spätzin haben wir letztes Jahr gefunden und aufgepäppelt. Ihr „Nest“ hatte sie in meinem Arbeitszimmer. Die Kinder haben ihr das Fliegen beigebracht: mit Flugübungen von der Hand (mit hektischem Flattern) in ihren Lieblingsbaum, den kleinen Apfelbaum mitten in unserem Garten. Dort hat sie dann darauf gewartet, dass sie wieder auf unsere Hand hüpfen kann – für die nächste Runde. Meine Kinder haben sie „Ajona“ getauft. Es war Abschiedsschmerz und Freude zugleich, als sie eines Tages vom Apfelbäumchen einfach weiterflog – und sich den anderen Spatzen anschloss. Die Kinder waren zwar traurig, aber auch stolz auf ihre Ajona! Denn sie haben ihr ja das Fliegen beigebracht.
In ihrem Lieblingsbaum hängt seitdem ein Futterspender – täglich frühstücken hier unzählige Spatzen. Jetzt, ein Jahr später, fliegt manchmal eine Spätzin von diesem Baum herunter, setzt sich vor unsere Terrassentür – und, wenn die Terrassentür einen Spalt weit geöffnet ist, hüpft sie zu uns hinein. Ajona sucht den Kontakt zu uns, wartet, bis wir sie bemerken, schaut uns an und hüpft dann zufrieden wieder hinaus. Die Kinder sagen: Vielleicht will sie danke sagen. Vielleicht einfach auch nur: „Wollte mich mal wieder bei euch melden.“ Vielleicht will sie schauen, ob es uns gut geht. Ich weiß nicht, was in unserer Spätzin vorgeht. „Seht die Vögel unter dem Himmel“, sagt Jesus in seiner Bergpredigt. Ich dachte immer, er will sagen: Vögel sind frei – und machen sich keine Sorgen! Denn Gott versorgt sie mit allem, was sie zum Leben brauchen. Sehe ich mir unsere Spätzin an, dann weiß ich: Es steckt mehr dahinter! Vögel wissen offenbar, wer sie versorgt und wer es gut mit ihnen meint. Bringst du einem Spatzen das Fliegen bei, wird er dich nie vergessen! „Seht die Vögel unter dem Himmel“, heißt vielleicht auch: Willst du jemandem beibringen, zu lieben, bring ihm erst das Fliegen bei. Die Liebe kommt dann ganz von allein. Oder, was meint ihr?

Pfarrer Stefan Mendling, Annweiler