Kirche Birkweiler
Das neugotische Kirchlein, erbaut 1870, zeigt alle Merkmale der willhelminischen Zeit. In Birkweiler steht die jüngste der drei Kirchen im seit 1. Januar 2016 geltenden Pfarramtszuschnitt. Eine Simultankirche, erbaut 1785, wurde wegen Bauschäden bereits im Jahr 1865 abgetragen. Die Prot. Kirchengemeinde, damals rund 380 Seelen, schaffte es in nur wenigen Jahren, ihre eigene Kirche zu errichten. Eine stolze Leistung, zumal bereits 1886 alle Baukosten getilgt waren.

Die Innengestaltung, geprägt noch aus der Evangelisch-Reformierten Zeit der Pfalz, und der permanente Geldmangel ließen keine großartigen sakralen Sonderwünsche aufkommen. Das Kirchengestühl spartanisch, fast schon unbequem, einfache Glasfenster in Metallrahmen, rohe Steinplatten am Boden (wahrscheinlich Zweitverbau aus der abgetragenen Simultankirche) – die Orgel wurde erst 1895 eingebaut, verhalfen den Gläubigen sicherlich zu einem „ungestörten“ Genuss ihrer Gottesdienste.


Umso mehr wecken in dem sonst eher karg ausgestatteten Kircheninneren zwei markante Gestaltungselemente das Interesse der Kirchenbesucher:

Birkweiler KanzelDie barocke Kanzel

Die Kanzel mit dem Schalldeckel soll aus dem Inventar der Simultankirche stammen. Als Entstehungsjahr ist 1785 anzunehmen. Sie ist mit wunderschönen floralen Schnitzereien versehen. Der Korpus endet in einem Pinienzapfen. Im Innern des Schalldeckels ist eine sternförmig angeordnete Intarsienarbeit vorhanden. Vielleicht kann man dies als einen Hinweis auf den Stern von Bethlehem sehen (vgl. Kirchenarchiv, erst. von Pfarrer Rudolf Weiß, von 1908 bis 1933 in Birkweiler und Siebeldingen).

Christusfenster BirkweilerDas Chorfenster

Das triptychonartig aufgebaute Fenster ist mit einem Maßwerk aus drei dreiblättrigen Kleeblättern abgeschlossen. 1936 wurde es von der Firma Drinnenberg aus Mannheim eingebaut; es feierte also im Jahr 2016 80-jähriges Jubiläum! In dem farbigen Bild ist Christus mit dem Heiligenschein erkennbar, er hebt die Hände zum Segen und steht auf einer Wolke. Dies zeigt bildlich die Himmelfahrt (vgl. Lukas 24,50 und 51). Der Schriftzug „Meinen Frieden gebe ich euch“, der im unteren Drittel des Fensterbildes steht, stammt aus dem Johannesevangelium (Johannes 14,27) und steht dort im Zusammenhang  der  Verheißung  des Heiligen Geistes. Das Fensterbild weist also gleich auf zwei kirchliche Feste hin: Christi Himmelfahrt und Pfingsten! Von Pfarrer Eberhard Domay † wissen wir, dass der segnende Christus symbolisch aber auch die Strahlen der aufgehenden Sonne auf die Gläubigen werfen soll, die ja aufgrund des Grundrisses dieser Kirche – der Chorraum weist nach Westen, nicht wie oft üblich nach Osten – die Morgensonne im Rücken haben.                           

Zusammengestellt von Presbyter Dieter Klemens, Birkweiler,
der auch alle Fotos auf dieser Seite gemacht hat!

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