Gute Nachricht - Gut-Tu-Nachricht

Tag 39: Mittwoch, 22. April 2020

Produktives Nichtstun

39 nichtstunHätte ich doch schon als Kind oder als Schüler diesen Ausspruch Luthers gekannt. Welch herrliche Ausrede, um entspannt nichts zu tun. Um sich auf der Terrasse, im Garten niederzulassen und die Sonne zu genießen. Aber es will einfach nicht zusammenpassen: auf der einen Seite die protestantische Arbeitsethik des Fleißes, das Versprechen der Marktwirtschaft: Jeder kann es zu Wohlstand schaffen, wenn er sich nur Mühe gibt. Und auf der anderen Seite die Gelassenheit des Wissens: Manchmal kann man eben nichts tun.

Tag 38: Dienstag, 21. April 2020

Stille

38 Stille„Unmöglich!“ Man hatte einem Redakteur vorgeschlagen, im Radio das Stück eines berühmten Trompeters vorzustellen, doch mittendrin gab es 13 Sekunden Stille. „Sie sind wahnsinnig“, zischte er empört: „13 Sekunden Stille? Da segelt uns doch der ganze Sender ab! Hörer X könnte vor Schreck die Tasse aus der Hand fallen und Hörerin Y hätte Anlass, an der Existenz des Senders, ja, an der ganzen öffentlich-rechtlichen Ordnung zu zweifeln. 13 Sekunden? Unmöglich!“

Tag 37: Montag, 20. April 2020

So grün war es noch nie.

37 grnDas denke ich jedes Frühjahr. Wo vorher alles grau und wie tot schien, bricht sich das Leben Bahn – farbenfroh, mächtig, unaufhaltsam. Jedes Frühjahr. Auch in diesem Corona-Frühjahr. Auch wenn sonst alles anders ist, auf die Natur ist Verlass. Auf Gott ist Verlass, der erhält, was er geschaffen hat.

Tag 36: Sonntag, 19. April 2020

Was trägt

36 afrikanerVor vielen Jahren bekam ich die kleine Holzfigur geschenkt. Freunde aus unserer Partnergemeinde in Ghana überreichten sie mir. Wenn ich mit ihr gemeinsam aus dem Fenster schaue, denke ich an die Zeit in Afrika zurück. Die Armut, die dort herrschte. Es gab in Akokoaso keinen Strom und keine Wasserversorgung. Die Menschen trugen T-Shirts aus unseren Altkleidersammlungen, und viele Kinder waren fehlernährt. Aber sonntags zogen sie ihre Festkleidung an. Farbenfroh und lachend feierten sie Gottesdienste. Sie feierten die Gemeinschaft, sie feierten das Leben. Auch alte Männer, wie mein jahrelanger Wegbegleiter, tanzten durch die Kirche. Wunderbare Gesänge zum Rhythmus der Trommeln. „Praise the Lord“- vielstimmig, überzeugend. Man nahm es ihnen ab, dass sie sich wie neugeboren fühlten.

Tag 35: Samstag, 18. April 2020

Haben Sie heute schon jemanden gelobt?

35 tafel3Lob ist wichtig. Jeder Mensch freut sich über Bestätigung von anderen: „Das hast du gut gemacht!“, „Da hast du dich sehr klug verhalten !“, "Darüber habe ich mich so gefreut!". Und seien es noch so selbstverständliche Kleinigkeiten: Wir können einander gar nicht oft genug positive Rückmeldung geben.

Tag 34: Freitag, 17. April 2020

Kleine Zettel …

Tag 34 Post it web… meist in Gelb. Ich nenne sie: Erinnerungs-Zettel. Besser bekannt als Post-it. Vor der Krise habe ich ständig etwas auf ihnen notiert. Geht ganz einfach: etwas notieren, abziehen und woanders wieder aufkleben. Auf dem Schreibtisch, an der Haustür, am Kühlschrank …

Und jetzt? Jetzt ist so manche Fläche leer. Da klebt kein Zettel auf dem steht: Termin beim Friseur ausmachen. Also habe ich angefangen andere kleine Erinnerungs-Zettel zu schreiben. Solche, die einfach guttun, mir Mut machen oder Zuversicht schenken. Ein Zettel klebt schon an meiner Tür. Den nächsten klebe ich nachher an eine andere Tür – bei wem wird noch nicht verraten. Und dann, mal sehen.

Vielleicht ist das ja auch heute etwas für Sie? Einfach einen Zettel nehmen. Etwas notieren, das Ihnen guttut – aus der Bibel, ein Zitat oder etwas von Ihnen. Und dann: ankleben oder fotografieren und verschicken. Zu Hause oder beim Nachbarn …
Kleine Zettel, große Freude.

Pfarrerin Jasmin Coenen, Albersweiler

Tag 33: Donnerstag, 16. April 2020

Verzicht und Genuss

33 gaesteDas mit den Gästen ist gerade so eine Sache. Vom dem dahinterstehenden Bild, nur mit Alkohol könne man fröhlich werden, mal ganz abgesehen. Und dennoch mag ich diesen Spruch aus meinem Tischkalender von Martin Luther. Für mich bedeutet er neben der Gastfreundschaft auch die Freiheit, mal Fünfe gerade sein zu lassen. Das Leben muss nicht aus Askese bestehen, auch nicht als Christenmensch. Ein lebenswertes Leben besteht eben auch aus Genuss.