Tag 170: Montag, 31. August 2020

Gerechtigkeit

Gestern war es für 4 Jugendliche nach langer Wartezeit endlich so weit: wir haben die Konfirmation nachgeholt. Mit Abstand und mit allen die dabei sein wollten. Draußen im Freien, ich kann es nur empfehlen und sogar das Wetter hat mitgespielt.

 

Die Konfirmierten haben ihren Gottesdienst selbst gestaltet, von Gebeten über die Predigt und die Lieder. Als Thema haben sie ,Gerechtigkeit‘ gewählt und die Geschichte über die Weinbergsarbeiter, die alle den gleichen Lohn erhalten haben, obwohl die Arbeitszeiten so ungleich waren.

Eigentlich gerade das Gegenteil von Gerechtigkeit, eigentlich der Gipfel der Ungleichheit und doch ein Gleichnis über das Himmelreich, über die Sphäre in der es endlich gerecht und gut zugehen soll.

Gut...Gott traue ich zu gerecht im wahrsten Sinne zu sein und gnädig, besonders da wo wir es nicht sein können. Aber bei uns? Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Ein Kampfbegriff des letzten Jahrhunderts, der auch heute noch aktuell ist.

Die Konfirmierten haben es nicht aufgelöst, sondern die Spannung ausgehalten. Gerechtigkeit kann nicht immer absolut beantwortet werden, muss ausgehandelt werden. Gnädig zu sein ist gut und schön und doch muss auch gestritten werden für eine gerechtere Verteilung.

Pfarrer Thomas Himjak-Lang, Böchingen