Tag 167: Freitag, 28. August 2020

„Aus-Geizen“ – bitte nicht mal bei Tomatenstöcken!

167 Bild mit Sylvia Tomaten kleinMeine Nachbarin wollte dieses Jahr die Tomaten nicht mehr „ausgeizen“. Ich kannte weder das Wort noch den Vorgang. Sie hat mir deshalb erklärt: „Früher haben wir das viele Grün überall entfernt, es raubte – so dachten wir – der Tomatenpflanze Nährstoffe und Energie. Dieses Jahr möchte ich nicht mehr ausgeizen. Die Pflanze soll ohne offene Wunden wachsen, dadurch bleibt sie eher gesund. Der buschigere Wuchs macht sie doch stabiler.“

 

Ich dachte mir: So ist es bei uns Menschen doch irgendwie auch. Wir sollten auch nicht mit uns und anderen geizen. Zum Beispiel mit Lob für kleine und große Dinge. Früher haben wir gesagt: „Eigenlob stinkt“, oder „Nicht geschimpft ist genug gelobt.“ Lasst uns dieses Jahr nicht mehr damit geizen und lieber sagen „Eigenlob stimmt“ oder „Wenn es dich nicht gäbe, müsste man dich erfinden“.

Damit leben wir nicht nur gesünder und werden auch stabiler, sondern loben damit auch unseren Schöpfer. Das wusste auch früher der Psalmist, schon vor mehr als 3000 Jahren als er sang: „Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.“ (Psalm 139,14)

Vikarin Almendra Garcia de Reuter, Godramstein

Musikvideo-Tipp: https://www.youtube.com/watch?v=u1nOxD4sNRM