Tag 112: Samstag, 4. Juli 2020

Sommerabende …

… wie ich sie liebe. Diese ganz besonderen Abende im Jahr – genauer: im Sommer.

 

Wenn sich der heiße Tag dem Ende zuneigt. Der Abend näher rückt, Stück für Stück. Die Luft wird ganz langsam kühler, angenehm. Auf der Haut spüre ich den leichten Sommerwind. Ich kann sehen wie die Schatten länger werden. Langsam beginnt es zu dämmern. Licht und Farben ändern sich. Fast magisch sieht der Himmel aus, wenn blau zu grau wird, dafür rot, orange und manchmal ein Hauch von rosa dazukommen. Ruhig, sanft, warm …

An solchen Abenden stelle ich mir nicht die Frage nach morgen. An solchen Abenden ist der Abend genug. Ist genug, dass ich bin – mittendrin.

Gott, du hast mir den Abend geschenkt, damit mein Tag nicht ohne Grenze ist. Damit ich ablegen kann, was mir am Tag den Schweiß auf die Stirn treibt. Damit ich aufatmen kann im frischen Wind. Morgen beginnt ein neuer Tag. Mit neuen Chancen, Herausforderungen, Erfahrungen. Morgen … Doch für heute ist es genug. Für heute genügt es mir einfach, dass ich bin. Amen.

Pfarrerin Jasmin Coenen, Albersweiler