Tag 105: Samstag, 27. Juni 2020

Ende Gut – alles Gut

Als Kind habe ich Abenteuer Bücher geliebt. Ich habe Karl May gelesen und alles rund um Winnetou förmlich verschlungen. Irgendwann habe ich dann Jules Verne entdeckt: Zwei Jahre Ferien. Ein Werk über eine Gruppe von Jugendlichen, die bei einer Segeltour auf einer einsamen Insel stranden und allerlei Widrigkeiten überstehen: Hunger, Verzweiflung und sogar Krankheit.

 

Diese Art von Abenteuer fand und finde ich spannend. Natürlich ist es was anderes davon zu Lesen, als selbst mitten drin zu sein. Es ist einfach sich gemütlich auf der Couch liegend in Abenteuer reinzudenken, die Fantasie spielen zu lassen. All diese tollen Geschichten über Erlebnisse, über Helden, über Abenteuer klingen von der Couch aus toll.

Was ganz anderes ist es, selbst mitten drin zu stecken. Wir alle stecken mitten in unseren ganz eigenen Abenteuern, in unseren Leben. Mit all den Widrigkeiten, mit all den schönen Dingen die uns widerfahren. Wie alles ausgehen wird, in welchen Bereichen unseres Lebens wir scheitern werden, in welchen wir Erfolg haben werden, das war schon vor Corona eine spannende Frage. Einfach ist es zu sagen: Ja, später bei Gott wird alles gut werden. Aber es gibt auch ein Leben vor dem Tod, das Leben das wir kennen.

Ich glaube es ist sinnvoll und gut auch in diesem Leben zu genießen, besonders die kleinen Dinge: die freundliche, gute Nachbarschaft, gutes Essen, den Blick auf die Rheinebene von einer Burg(Ruine) aus, die warmen Sonnenstrahlen auf der Haut. Ich glaube es wird gut werden. So oder so.

Pfarrer Thomas Himjak-Lang, Böchingen