Tag 78: Pfingstsonntag, 31. Mai 2020

Feste feiern?

78 SchoppengläserKein Heimat- und Blütenfest in Rhodt unter Rietburg. Keine Eröffnung mit Freischoppen und Gästen aus den Partnerstädten. Kein Karussell zwischen den Kastanienbäumen. Keine offenen Winzerhöfe. Kein nächtliches Gedränge in der Theresienstraße. Keine Musik.

Da kommt Wehmut auf. Da weint des Pfälzers Herz. Trotzig wird hier und da gegrillt oder eine Erdbeerbowle angesetzt werden. Und für einen Rieslingschorle brauchen wir kein eigenes Fest, der geht immer. Aber die Gemeinschaft, die Gäste, die Stände, der große Gottesdienst mitten auf der Straße, all‘ das fehlt.

 

Doch da ist ja noch dieses andere Fest. Es ist noch älter und traditionsreicher als das „Blütenfest“: Pfingsten. Die Ausgießung des Heiligen Geistes. Da wird auch eingeschenkt. Kraft und Mut, manchmal auch Begeisterung, fließen in die Menschen. Sie werden befähigt und begabt, ihr Leben zu meistern und ihre Gemeinschaft zu gestalten. Gott kommt zu uns und bleibt bei uns, als Heiliger Geist.

Man sagt, Pfingsten sei der Geburtstag der alten Dame Kirche. Die Jubilarin ist in die Jahre gekommen. Die Haare haben sich gelichtet. Ihre Falten sind nicht zu übersehen . Der Geburtstag wird nicht mehr so rauschend gefeiert. Oft wird er vergessen. Aber das Pfingstfest findet statt. Unspektakulär, dafür aber zuverlässig kommt dieses Fest. Jahr für Jahr. Im Hintergrund wird eingeschenkt. Das können wir feiern. Und tun es auch!

So spricht der Herr: Ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre; ich will meinen Geist auf Deine Kinder gießen und meinen Segen auf deine Nachkommen (Jes. 44, 3)

Pfarrer Lothar Schwarz, Rhodt