Tag 76: Freitag, 29. Mai 2020

Ein Tag

76 HoffnungMein Wecker klingelt. Ich stehe auf und gehe ins Bad. Rein in die Dusche und das Wasser läuft. Temperatur passt – naja, nach kurzem Warten. Danach gehe ich in die Küche. Drücke den Knopf der Kaffeemaschine. Meine Tasse füllt sich. Während ich die Milch aus dem Kühlschrank hole, steigt mir Kaffeeduft in die Nase. Weiter geht es an den PC. Er fährt hoch. Ein paar Emails später verlasse ich das Haus für einen Termin.

Ein paar Menschen begegnen mir auf der Straße – mit Abstand und Lächeln. Weitere Dinge sind zu erledigen. Am frühen Abend kommt mein Partner nach Hause. Es bleibt noch Zeit für einen Spaziergang. Und dann, irgendwann, geht es ab ins Bett – schlafen und am nächsten Morgen wieder aufwachen.

Ein Tag. Ein Tag voller Hoffnung. Hoffentlich hat die Batterie des Weckers ihren Dienst nicht eingestellt. Hoffentlich funktionieren Dusche und Kaffeemaschine noch. Ist die Milch nicht sauer. Bleibt mir ein Update am Morgen erspart … Ja, ich hoffe. Ich hoffe, dass all diese Dinge heute so ablaufen.

Zugegeben, nicht alle Beispiele sehen nach großer Hoffnung aus. Aber am Ende des Tages ist es ein Tag voller Hoffnung. Voller Hoffnung, die sich schon erfüllt hat. Die mich auch am nächsten Tag wieder hoffen lässt. Hoffnung, die wachsen kann – auch und gerade dort, wo mir vielleicht mal die Hoffnung fehlt.

Kleines Senfkorn Hoffnung, mir umsosnt geschenkt, werde ich dich pflanzen, dass du weiter wächst. (Ludger Edelkötter)

Pfarrerin Jasmin Coenen, Albersweiler