Tag 71: Sonntag, 24. Mai 2020

Freiheit

71 freiheitAls Kind und Jugendliche habe ich mich unfrei gefühlt. Meine Eltern hatten genaue Vorstellungen, von dem was gut und schlecht ist. Ein Schwarz- Weiß- Denken, das mich ziemlich eingeengt hat. Gottesdienst war gut, Sportverein war schlecht. Kirchenmusik gut, Feste und Feiern schlecht.

 

Nachdem ich das Elternhaus verlassen hatte, fühlte ich mich gelöst und war froh die ständigen Bewertungen nicht mehr so oft hören zu müssen.

Eingeschränkte Freiheit erleben wir in diesen Tagen. Mich stört es aber im Fall von Corona nicht. Ich sehe ein, dass die Vorsichtsmaßnahmen sinnvoll und notwendig sind.

Und dennoch erlebe ich Freiheit: Ich kann wandern und die und Eindrücke in der Natur in mich aufsaugen. Ich kann mit meinem Motorrad Touren unternehmen und mich mit der Natur eins fühlen. Ich bin frei, weil ich mich gehalten weiß .

Von allen Seiten umgibst du mich und hälst deine Hand über mir ( Psalm 139,5 )

Gemeindediakonin Annette Bernhard, Annweiler / Hofstätten