Tag 59: Dienstag, 12. Mai 2020

Unsichere Zeiten

59 Halt2Martin Luther lebte in einer unsicheren Zeit. Pest, Krieg und von Menschen geschürte Ängste vor Teufel, Hölle und Fegefeuer. Wenn er niedergeschlagen war und Angst sich in ihm ausbreitete, soll er drei Worte aufgeschrieben haben: Ich bin getauft. Das gab ihm Halt. Diese drei Worte machten ihm Mut und vertrieben seine Angst.

 

Auch wir leben in einer unsicheren Zeit: Wir wissen nicht, was die Coronakrise noch mit unserer Gesellschaft und Kirche macht. Wir können nichts planen.

Ein Wirt in meinem Dorf fürchtet um seine Existenz, nachdem die Gaststätte wochenlang geschlossen war. Die Unsicherheit bereitet ihm schlaflose Nächte. Ein Mann erhält eine niederschmetternde Diagnose und es scheint, dass alle Fundamente wegbrechen und alle Planungen für die nächste Zukunft dahin sind. Er fragt sich: Was werden die nächsten Monate bringen?

In unsicheren Zeiten sehnen wir uns nach Halt. Dann ist es gut, dass wir uns vergewissern: Ich bin nicht allein. Andere sind an meiner Seite, die zu mir halten. Meine Familie, Freunde, die Menschen aus der Gemeinde. Und Gott ist da.

Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! (Jesaja 43,1)

Gemeindediakonin Annette Bernhard, Annweiler / Hofstätten