Tag 52: Dienstag, 5. Mai 2020

Meer ist abgesagt, die Berge bleiben …

52 Berge und MeerIch bin auf Meer-Entzug. Der Urlaub am Meer ist abgesagt und das Meer fehlt mir. Ich liebe es, auf die Wellen zu blicken, den Horizont. Meine Sicht, mein Denken weiten sich. Die Welt scheint grenzenlos. Berge hingegen engen mich auf Dauer ein. Blicke ich zu lange von unten auf sie, vergesse ich, dass es eine Welt dahinter gibt. Sicher: Auch Berge bieten Weitsicht – von oben. Aber: Wie hochkommen? Klar, mit entsprechendem Einsatz zu Fuß, kann es gelingen.

 

Aber Berge gibt es nicht nur in der Natur. Es gibt auch Sorgenberge, Krisenberge. Momente, in denen man nur den Berg sieht. Vergisst, dass es eine Welt dahinter gibt. Wie schaffe ich es da die Weitsicht zu behalten?

Einen Tipp gibt es in Psalm 121. Dort heißt es: Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Den Blick heben. Nach oben schauen. Auf Gott vertrauen. Darauf vertrauen, dass es immer mehr gibt zwischen Himmel und Erde als den Berg, den ich gerade sehe. So kann sich auch beim Blick auf den Berg in mir ein Meer-Gefühl einstellen. Gott sei Dank!

Pfarrerin Jasmin Coenen, Albersweiler