Tag 48: Freitag, 1. Mai 2020

Ich gestehe.

48 arbeit2Für mich war der 1. Mai immer einer der vier Feiertage im Jahr, an denen auch ein evangelischer Pfarrer frei hat: Tag der Arbeit – Fronleichnam – Tag der Deutschen Einheit – Allerheiligen.

Ich gestehe weiterhin: Die Angebote an diesem Feiertag haben mir Spaß gemacht: Maibaum aufstellen, und nach der spannenden Aktion mit der Feuerwehr wurde kräftig gefeiert. Solange die Sonnenstrahlen es erlaubten.

 

Ich gestehe darüber hinaus: Die wechselvolle Geschichte des 1. Mai nahm ich zur Kenntnis: Alles hat mit dem Kampf der US-amerikanischen Arbeiterbewegung für den 8-Stunden Tag begonnen und sich fortgesetzt in den notwendigen Demonstrationen der Gewerkschaften für bessere Arbeitsbedingungen. Von extremen politischen Lagern wurde der Tag der Arbeit instrumentalisiert und als nationaler Tag der Arbeit verherrlicht. Ich nahm diese Geschichte zur Kenntnis, aber sie machte mich nicht betroffen.

Aber jetzt sehe ich das alles anders. Ich sehe den Wert der Arbeit: Anderen dienen und helfen können, Strukturen erhalten können, das Zusammenleben ermöglichen, Einkommen haben, um es vielleicht zu teilen, beschäftigt sein, Sinnvolles tun. Mit wird bewusst: Arbeit ist ein Segen, auch wenn sie mühevoll ist. Arbeit ist ein hohes Gut.

Im Buch der Sprüche heißt es ganz ohne ökonomische Hintergedanken (Spr. 14, 23): Wo man arbeitet, da ist Gewinn; wo man aber nur mit Worten umgeht, da ist Mangel.

Danke, Gott, dass wir tätig sein können; lass uns gewinnbringend arbeiten, zum Wohl für andere und zum Wohl für uns selbst.

Einen feierlichen Tag der Arbeit wünscht
Pfarrer Lothar Schwarz, Rhodt unter Rietburg