Tag 32: Mittwoch, 15. April 2020

32 singen„Not lehrt beten.“ Das Sprichwort ist gerade in diesen Tagen in aller Munde, weil es schlicht stimmt. Das stimmt indes auch: „Wer singt, betet doppelt.“ Und so blättere ich eben gerade in diesen Tagen durch altvertraute und neue Lieder und überlege, was im allerersten Gottesdienst, den wir wieder miteinander feiern dürfen, gesungen werden könnte. Es ist ja so Vieles, was anklingen darf und anklingen muss!

 

Ein Stück Musik sind nun gerade auch die Psalmen. Eine Melodie haben wir leider nicht mehr. Trotzdem kann man verschiedene Töne raushören: Hier wird gejubelt und geschrien, gedankt und geklagt, geweint und gelacht. Und mitunter erschrickt man auch über Worte, die Menschen ihrem Gott in Zorn und Zweifel zugemutet haben. Durch alle Psalmen aber zieht sich ein Grundton der Zuversicht.

Wie formuliert es Rainer Maria Rilke? „Ich habe die Nacht einsam hingebracht ... und habe schließlich ... die Psalmen gelesen, eines der wenigen Bücher, in dem man sich restlos unterbringt, mag man noch so zerstreut und ungeordnet und angefochten sein.“

Für heute wünsche ich Ihnen die Zuversicht des 121. Psalms! Im Gesangbuch unter der Nr. 296 bzw. 771 oder in Neue Lieder Plus die 159.
Und der allererste Gottesdienst? Das wird – keine Frage – einer mit ganz viel Gesang!
Was würden Sie singen – und beten – wollen?

Pfarrerin Eva Weißmann, Godramstein

zum Psalm 121