Tag 28: Karsamstag, 11. April 2020

„Mama, wann sind wir endlich da?!“

28 Am MeerSo oft habe ich als Kind meine Mutter genau das gefragt. Ich saß hinten im Auto, fest angeschnallt. Genug Freiraum, um mit den Beinen immer wieder gegen den Sitz zu trommeln. Über zehn Stunden Auto fahren – als Kind kam mir das wie eine halbe Ewigkeit vor. Wann sind wir endlich da?

 

Auch heute noch fällt es mir schwer zu warten. Wenn ich warten muss, kann ich nichts tun. Kann nichts kontrollieren, nichts beeinflussen. Dann muss ich etwas aushalten. Das fällt mir schwer. Deshalb fällt mir persönlich auch der Karsamstag schwer.

Was mir hilft? Ganz fest darauf zu vertrauen, dass das scheinbare Nichts-Tun-Können, das Abgeben der Kontrolle, das Aushalten irgendwann auch wieder vorbei ist. So wie damals im Auto.

„Mama, wann sind wir endlich da?!“ „Bald. Hinter den Bergen kannst du schon das Meer sehen.“

Im Vertrauen zeigt sich schon jetzt, was man noch nicht sieht. (Hebräer 11,1)

Pfarrerin Jasmin Coenen, Albersweiler