Tag 26: Gründonnerstag, 9. April 2020

26 brot„Unser Herr Jesus in der Nacht, da er verraten ward …“

Diese Worte gehören zu den Geschehnissen an Gründonnerstag: In Erinnerung an Jesu letztes Abendmahl reichen wir in unseren Kirchen den Kelch und teilen miteinander Brot. Eigentlich. Ich möchte heute eine Geschichte mit Ihnen teilen:

 

In einer großen Stadt gibt es einen Bäckerladen. Oft ist der Senior da. Er weiß, dass man Brot nicht nur zum Sattessen braucht. Einmal sagte er zu einem Kunden: „Sie sehen aber bedrückt aus!“ Der nickt: „Ich mach´ mir große Sorgen um meine Tochter. Sie ist operiert worden.“ „Wie alt?“ „Fünf Jahre.“ Da nimmt der alte Bäcker ein Stück Brot, bricht zwei Bissen ab und gibt eins dem Mann: „Essen Sie mit mir! Gern will ich an Sie und Ihre Tochter denken.“ Der Mann hat so was noch nie erlebt, versteht aber sofort. So stehen beide da, kauen ihr Brotstück und denken an das Kind.

Zuerst sind sie allein. Dann kommt eine Frau. Bevor sie ihren Wunsch sagen kann, gibt ihr der alte Bäcker ein Stück Brot: „Kommen Sie, essen Sie mit uns: Die Tochter dieses Herrn liegt im Krankenhaus. Der Vater soll wissen, dass wir an ihn denken und dem Mädchen alles Gute wünschen.“

„Kommen Sie!“ Das sagte der alte Bäcker oft zu den Leuten. „Essen Sie ein Stück: Es macht nicht nur satt. Es gebe Ihnen immer auch Zuversicht und Kraft!“

Herr. Sättige uns an Leib und Seele in diesen Tagen
und lass uns selber, für uns und andere, immer wieder
Brot brechen, Brot teilen, Brot sein. Amen.

Pfarrerin Eva Weißmann, Godramstein