Andachten & Predigten

Wer seine Hand an den Pflug legt und schaut zurück, der ist nicht geschaffen für das Reich Gottes (LK 9,62)

Von einem Winzer, der Teile seiner Weinberge mit dem Pferdepflug bearbeitet, habe ich gelernt, warum es so wichtig ist, beim Pflügen nach vorne zu schauen. Es geht nicht nur um eine gerade Linie, die zieht ein gutes Pferd auch allein. Es geht vielmehr erstens darum, die richtige, leicht nach vorne gebeugte Körperhaltung einzunehmen und es geht zweitens darum, ständig beobachten zu können, wie tief der Pflug durch die Erde geht.

Wer sich umschaut oder gar umdreht, verändert den Winkel, mit dem der Pflug in die Erde greift. Er gräbt zu tief, die Arbeit wird anstrengend oder er gräbt nicht tief genug, seine Arbeit ist dann nicht effektiv.

Nach vorne schauen, um die richtige Tiefe zu finden. Gilt das nicht auch ganz allgemein für unser Leben? Ich möchte nicht nur an der Oberfläche kratzen und belanglos bleiben. Ich muss aber auch nicht jedes Problem wälzen und die ganze Last des Lebens tragen.

Zugegeben: Ohne Rück-Sicht, ohne Seitenblicke geht es nicht im Leben. Aber es ist schon möglich, an das Vergangene sich zu erinnern, das Gegenwärtige zu bedenken und nach vorne, in die Zukunft zu schauen.

Eine in Richtung und Tiefe gute Lebensbahn wünscht
Lothar Schwarz