MUSIK LIEGT IN DER LUFT ... ODER: VON WEGEN: SOMMERLOCH!

Schon beim Konzertgottesdienst unseres Kirchenchors am 24. Mai hat alles gepasst! Von langer Hand sehr, sehr gut  vorbereitete Chorstücke (unsere TOP TEN), eingebunden in Liturgie und Predigt und verstärkt durch zwei Solo-Lieder unseres Tenors Michael Peters (begleitet von Galina Marker) war unter Leitung von Thomas Leiner ein ganz, ganz toller Abend gelungen:  "Ach, war das so schön!“ „Ich hatte Gänsehaut!“ „Mir würde viel fehlen, wenn ich nicht dagewesen wäre!“, so die Rückmeldung zahlreicher Besucher*innen, die uns lange mit stehendem Applaus belohnt hatten. Mit Häppchen, Getränken und einem Ständchen des Ökum. Flötenkreises ist der Konzertgottesdienst ebenso stimmig ausgeklungen!  Eva Weißmann

Am 4. August hat unsere Gemeinde den Sommer auf besondere Weise gewürdigt: Der ökumenische Flötenkreis unter Leitung von Frau Martina Liebertseder gestaltete nicht nur den schönen Gottesdienst unter Leitung von Pfarrerin i. R. Beate Hörner mit, sondern schenkte uns auch anschließend ein kleines Konzert. Mit alter und neuer, geistlicher und weltlicher Musik vollendete der Flötenkreis den Vormittag. Die vorgetragenen Stücke waren allesamt geeignet, den schönen Sommertag erst richtig in die Herzen der Gemeinde zu holen. Mit großer Freude hörten die Zuhörer*innen beschwingte, konzentriert und gekonnt vorgetragene Melodien. Berührende Texte zum Thema Musik & Glaube gaben dem Konzert eine zusätzliche, spirituelle Tiefenwirkung. So entstand eine fröhliche und dankbare Stimmung im Publikum wie unter den Musikant*innen, die in lang anhaltendem Beifall ihren Ausdruck fand. Georg Moll

Am 1. September war es mal wieder so weit: Dekanatskirchenmusiktag – und dieses Jahr nach 14 Jahren wieder zu Gast in Godramstein. Schon um 14.00 Uhr trafen sich verschiedene Chöre aus dem Bezirk – die Süd-Ost-Kantorei unter Leitung von Mirjam Hantke-Zimnol, der Kirchenchor Annweiler unter Leitung von Gerhard Betz und die Landauer Seniorenkantorei unter Leitung von Anna Linß zum Einsingen. Zum Glück war das Kuchenbuffet schon reich gedeckt und die Chorsänger*innen konnten sich nach der kurzen Probe stärken. Währenddessen war schon die Landauer Bläserkantorei in der Kirche eingetroffen und probte mit Christian Syperek auf der Empore der Godramsteiner Kirche. Zu Kaffee und Kuchen gab es im Gemeindehaus das Einsingen des Kirchenchors Godramstein unter Leitung von Thomas Leiner: Wie schön, bei Kaffee & Kuchen den Sangeskolleg*innen zuhören zu können! Um 15.00 Uhr war es dann so weit: Gesamtprobe aller Sänger*innen unter Leitung von Anna Linß und Christian Syperek. Auch die Bläser*innen durften noch einmal ans Kuchenbuffet in der Pause vor dem Gottesdienst. Um 16.30 Uhr hieß es dann „Du meine Seele, singe“. Dem Motto folgten auch etliche Gottesdienstbesucher*innen, denn die Kirche war rappelvoll. Mit der wunderbaren Gottesdienstleitung von Eva Weißmann und der Predigt von Dekan Volker Janke war der Gottesdienst eine rundum gelungene Sache. Im Anschluss konnte man vor der Kirche an Stehtischen den Tag noch ausklingen und die Seele weitersingen lassen. Anna Linß     



PRESBYTERIUMSGOTTESDIENST am 18.08.2019

Mit einem Flyer und den Schlagworten ANKOMMEN - AUFBRUCH - BEGEGNUNG - ERWARTUNG lud das Godramsteiner Presbyterium zu einem Gottesdienst besonderer Art ein: „Wir laden Sie ein, auszubrechen aus dem Alltag, mit uns auf eine Gedankenreise zu gehen, ins Unbekannte und zu uns selbst.“ Es gab einige Gedankenreisen, die sich anstelle einer Predigt zwischen moderne und traditionelle Lieder harmonisch einfügten. Auch die Gottesdienstbesucher konnten aktiv werden. Orgelimprovisationen begleiteten 45 sprudelnde Ideen, zum Beispiel:

REISEN bedeutet für mich …

- neues Land entdecken, zur Ruhe kommen und danken für das Gute, das Gott schenkte  
- mit allen Sinnen genießen
- den Alltag hinter mir zu lassen und Neues zu entdecken
- ohne Termine und Verpflichtungen die Zeit zu genießen und in den Tag hinein zu leben
- Begegnungen mit Menschen, die zu Freunden werden können
- Tapetenwechsel, neue Aus- und Einsichten
- andere Blickrichtung, andere Lebensarten / Menschen zu sehen und kennen zu lernen
- mich auf die Geschichte der Städte & Gegenden einzulassen, sie zu erkunden

(Alle REISE-Zettel können in der Godramsteiner Kirche betrachtet werden ).

Vielleicht hatten die Eingangsworte von Georg Moll und Dietlinde Helm oder auch das Lied „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ die Gottesdienstbesucher zu all den interessanten Niederschriften inspiriert?! Für „Erwartungen“, „Begegnungen“ und „Ankunft“ weckten die Presbyterinnen Renate Heiligenthal, Ursula Kaulartz und Dorit Simon Interesse. Schließlich fügten sich die Gebete von Pfarrerin Eva Weißmann stimmig in die Thematik ein. „Wo Menschen sich vergessen“, „Wir wollen aufstehn“,  „Vertraut den neuen Wegen“, „Lobe den Herrn, meine Seele“, „Ich lobe meinen Gott“, „Schalom“ – all diese schönen Texte und Melodien sang die Gemeinde im Wohlklang mit und erfüllte sowohl das Gotteshaus als auch die Herzen vieler Besucher, was einige beim geselligen Kirchenumtrunk im Anschluss vor der Kirche zum Ausdruck brachten. Die Presbyteriumsmitglieder wurden inspiriert – zu weiteren Gottesdiensten in Eigenverantwortung – man darf entsprechend gespannt sein auf den 19. Januar 2020, 10.00 Uhr, Prot. Kirche GodramsteinUrsula Kaulartz



KOOPERIEREN IST BESSER ALS KONKURRIEREN!

Dieses Motto stand sinnbildlich über dem diesjährigen und zweiten Presbyterfest der Kooperationszone im Nordwesten des Prot. Kirchenbezirkes Landau. Mehr als 40 Presbyterinnen und Presbyter, Pfarrerinnen und Pfarrer versammelten sich am Freitag, den 30. August, unter den idyllischen Kastanienbäumen im Hof des Godramsteiner Gemeindehauses. Bei gutem Essen und Trinken wurde nicht nur gemeinsam gefeiert, es wurden auch vielerlei Gedanken ausgetauscht und gemeinsame Pläne entwickelt. Es wurde dabei sehr deutlich, dass die Kirchengemeinden und Presbyterien in der Kooperationszone immer mehr zusammenwachsen, denn nur gemeinsam in der Zusammenarbeit aller lassen sich die immer schwierigeren Rahmenbedingungen in unseren Gemeinden schultern und die vielfältigeren Aufgaben über die einzelnen Gemeindegrenzen hinaus bewältigen. Unsere Kooperationszone besteht aus 7 Pfarrämtern mit 7 Pfarrer*innen,  1 Gemeindediakonin, 17 Kirchengemeinden und 22 Kirchen. Es gehören dazu die Prot. Pfarrämter Rhodt-Frankweiler, Am Hainbach Böchingen, Nußdorf, Godramstein, Albersweiler, Annweiler und Wilgartswiesen mit den dazugehörenden Dörfern.    Nach einer interessanten Kirchenführung klang der Abend in guter Stimmung aus, nicht ohne das Versprechen, sich im nächsten Jahr wieder in einer der Gemeinden zu treffen! Erich Steuerwald





"VIER ELEMENTE, INNIG GESELLT, BAUEN DAS LEBEN, BILDEN DIE WELT" (Friedrich Schiller)
Zusammengestellt von Pfr. M. Anefeld

Auch dieses Jahr (Februar 2019) gab es wieder eine Predigtreihe in den vier Pfarrämtern unserer Kooperationszone „Nordschiene“. Thema waren: „Die Vier Elemente“: Feuer, Wasser, Erde, Luft – aus diesen Grundbausteinen (Elementen) besteht die Welt. So dachten die alten Griechen. Heute wissen wir, dass es anders ist. Trotzdem sind es Elemente in dem Sinn, dass sie uns zurückwerfen auf die Grundgegebenheiten des Lebens. Wir machen elementare, ursprüngliche Erfahrungen mit Feuer, Wasser, Erde und Luft. Es sind Urkräfte, auf die wir jeden Tag angewiesen sind, mit denen wir jeden Tag leben. Und immer wieder haben Menschen in den vier Elementen Gott am Werk gesehen und gespürt.

Der Mensch wurde Mensch, als er lernte, das Feuer zu nutzen. Der Mensch wird Christenmensch, wenn er das Feuer der Geistkraft nutzt: Angesteckt in Be-Geisterung ist da Wärme. Da glimmt Hoffnung. Da glüht die Liebe. Da knistert es vor Spannung. Da sprühen Ideen wie Funken. Da sind zündende Gedanken. Da entflammt und entbrennt man, wird angefeuert zu neuen Gedanken und guten Taten.

Wasser ist wandelbar: hart wie ein Eisberg, friedlich plätschernd wie ein Bach, mit Kraft, die härtesten Felsen höhlt, sanft und beharrlich, stark wie ein Berg. Beides brauchen wir.

Wir kommen von der Erde, sie nährt und trägt uns, und wir gehen zu ihr zurück. Sie zieht uns an mit ihrer Schwerkraft. Sie hat etwas Tiefes, Verbindendes. „Und Gott blies dem Menschen den Odem des Lebens in die Nase.“

Und der Mensch versucht, Luftschlösser zu bauen, allein und ohne Gott nach Luft zu schnappen, gerät dabei ganz schön in Atemnot, einem Fähnlein im Wind gleich. Und doch lebt der Mensch weiter – durch Gottes Atem.

Der gemeinsame Abschlussgottesdienst fand am 3. März zentral in Walsheim statt. Es war wie jedes Jahr ein beglückendes und ermutigendes Erlebnis, zu sehen, wie Menschen aus allen Gemeinden gemeinsam singen, beten, hören und das Abendmahl feiern. Die vier Pfarrer der Kooperationszone, Pfr. Martin Anefeld, Pfr. Thomas Himjak-Lang, Pfr. Lothar Schwarz und Pfrin. Eva Weißmann, erläuterten in Kurzpredigten, welche Bedeutung die vier Elemente in einem Menschenleben haben:

  • ins Leben gerufen: aus Erde bist du genommen
  • zur Kindschaft berufen: mit Wasser bist du getauft
  • zur Nachfolge berufen: lebe in der Windkraft des Geistes Gottes
  • zur Verantwortung gerufen: das Feuer, das verwandelt und läutert

Musikalisch wurde der Gottesdienst mitgestaltet durch den Singkreis Rhodt: auch ein Zeichen, dass man inzwischen weiter schaut als nur bis zum Tellerrand der eigenen Gemeinde.

Ohne Gott
bin ich ein Fisch
am Strand,
ohne Gott
ein Tropfen
in der Glut,
ohne Gott
bin ich ein Gras
im Sand
und ein Vogel,
dessen Schwinge ruht.
Wenn mich Gott
bei meinem Namen ruft,
bin ich
Wasser,
Feuer,
Erde,
Luft.

Jochen Klepper (1903-1942)

VAGE PFÄLZER ODER WAGEMUTIGE PROTESTANTEN?

Mit einem feierlichen Abendmahlsgottesdienst feierten die Godramsteiner Protestant*innen und ihre Gäste am 1. Advent 2018 den 200. Jahrestag der Pfälzischen Kirchenunion. Für die kurzfristig erkrankte Reformationsbeauftragte der Landeskirche, Pfarrerin Mechthild Werner, erinnerte Pfarrerin Eva Weißmann in der Festansprache an den Wagemut unserer  protestantischen Vorfahren. 1818 schlossen sich die bis dahin streng getrennten lutherischen und reformierten Gemeinden in der Pfalz zu einer einzigen Protestantischen Kirche – der „unierten“ Kirche der Pfalz – zusammen. Die Pfälzer Kirchenunion entstand, eine Basisbewegung, denn die Entscheidung in den Gemeinden fiel weitgehend in freier Wahl. Am 16. Januar 1818 unterzeichneten fast alle „Hausväter“ in Godramstein die Vereinigungsurkunde. Im August 1818 legte dann eine gemeinsame Synode in Kaiserslautern die Grundsätze der Gemeinsamkeit in Lehre und Ordnung der pfälzischen Kirche fest.

Am 1. Advent 1818 (29. November 1818)  schließlich  feierten  die  Godramsteiner Evangelischen das erste gemeinsame Abendmahl in unserer Kirche.

Nur was eint, allein die Schrift, sollte fortan gelten: ein mutiges Bekenntnis zu ökumenischer Offenheit, die Vielfalt und Pluralismus anerkennt. Die Predigt im Festgottesdienst hatte Pfarrerin Werner auf den Epheserbrief bezogen: „Seid bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. … Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus.“ Zwei alte Kirchenlieder „Du bist die Liebe“ und „Auf Christen, auf“ erinnerten an das erste gemeinsame Gesangbuch von 1823. In der anschließenden Abendmahlsfeier waren die Gottesdienstbesucher*innen wieder in der Erinnerung vereint mit den Unionsvätern von 1818. Die damaligen Ereignisse zeigten uns,  dass alle bisher scheinbar unüberbrückbaren Lehrgegensätzen – insbesondere im Abendmahlverständnis – friedlich ausgeräumt werden konnten.

200 Jahre später sollte uns dies Mut machen, auch in der immer noch bestehenden Kirchentrennung zwischen katholischen und evangelischen Christen nicht zu verzagen, sondern mit der Kraft des Glaubens fest daran zu arbeiten, die Gegensätze friedlich aus der Welt zu schaffen, ganz besonders im Hinblick auf das gemeinsame Abendmahl aller Christ*innen.         

Erich Steuerwald

 

NEUE PREDIGTTEXTORDNUNG AB DEM 1. ADVENT 2018

In diesen Tagen wurde relativ still ein wenig Kirchengeschichte geschrieben: Die 40 Jahre „alte“ Predigttextordnung hat mit dem letzten Sonntag im Kirchenjahr geendet, mit dem Ersten Advent ist eine neue Ordnung in Kraft getreten. Das heißt: Die für jeden Sonn- und Feiertag vorgeschlagenen biblischen Texte zur Grundlage der Predigt verändern sich. Jeder Sonn- und Feiertag hat ja ein bestimmtes Thema: Entweder erkennt man das am Namen des Tages wie Weihnachten oder Pfingsten oder das Thema ist eher unbekannt wie zum Beispiel an einem 14. nach Trinitatis, an dem es „Dankbarkeit“ heißt.

Ein Thema gibt es immer.

Und jedem Thema sind an jedem Sonntag sechs biblische Texte zugeordnet, von denen einer immer das Evangelium ist, einer aus den Briefen stammt (= Epistel) und mindestens einer aus dem Alten Testament – dazu noch drei weitere, die zum Thema passen. Diese sechs Texte sollen im Laufe von sechs Jahren jeweils Grundlage der Predigt sein. Also wiederholen sich biblische Texte zur Predigt alle sechs Jahre. Nun werden sie neu geordnet. Manche Texte sind nicht mehr vorgesehen, andere Texte kommen hinzu: Es gibt mehr Abschnitte aus dem Alten Testament, auch Psalmen sind nun Predigttexte; es gibt mehr Texte, in denen Frauen eine wichtige Rolle spielen;  manche Sonntage  erhalten Texte, die zum Thema des Sonntags besser geeignet sind. Dazu kommen veränderte Wochenlieder und gelegentlich ein anderer Wochenspruch.

Alles in allem eine deutlich neue Ordnung – die wohl außer Prediger*innen kaum jemand bemerken wird ... Das ist aber nicht schlimm. Viel wichtiger ist, dass die Bibel in ihrer ganzen Fülle dargeboten wird und manche einander ähnliche Texte nicht mehr vorkommen. Dafür aber Texte, die bisher unbekannt waren. Es wird also, könnte man sagen, die Beleuchtung neu geordnet. Und wir hören klarer als bisher, wie Gott an seinen Menschen handelt, wie Menschen sich Gott zuwenden und um was genau der Sohn Gottes uns bittet – und uns zugleich tröstet in den Schrecken des Lebens.

Der Theologe und Dichter Jochen Klepper (1903-1942) hat sinngemäß geschrieben: Das Kirchenjahr ist eine der größten Leistungen des menschlichen Geistes. Dann wollen wir mit allen Kräften dazu beitragen, dass das Kirchenjahr, das immer an einem 1. Advent beginnt, ein wenig im Bewusstsein der Menschen bleibt. Oder anders: Das Kirchenjahr lässt uns Gottes Wort durchbuchstabieren, jedes Lebensjahr probiert es aus!             

Eva Weißmann, Pfarrerin